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Dibre Emeth · 1865-01-01 · 1-2 (1865) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
21 (1865)
Issue
1-2 (1865)
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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sein. Ob aber die Orthodoxen sich mit dem Geiste , des Ganzen einverstanden erklären sollten, möchten wir doch noch bezweifeln. Denn wenn man z> B. die Artikel liest, die von der Sünde, von der Versöhnung, von den Opfern, von dem Messias handeln, so wird man leicht finden, daß hier die rationalistischen Reformideen vorherrschen. Um von dem letzteren Punkte zunächst zu sprechen, so wird allerdings noch die.Lehre von einem persönlichen Messias hingestellt. Denn S. 74 heißt es: „ Rach dem Eintreffen des Messias wird für Israel und das ganze Menschengeschlecht die längst ersehnte Zeit der Erlösung und des Heils hereinbrechen." Als Beweisstellen werden angeführt: 4. Mos. 24, 17; Jes. 11. Vergl. Jer. 23, 5 und 6; 33, 14 und 15. Dann wird gefragt: „Wie haben wir uns also den Messias vorzustellen?" Antwort: „Als einen von Gott erkorenen und von seinem Geiste durchdrungenen Sprößling des Hauses Davids, der sich durch seine Weisheit und Herrscherwürde als ein Achter Gott-Gesandter bewähren wird." Das ist aber auch Alles, was über die Person des Messias gesagt ist. Wird mit diesen Worten wirklich, wie man sie doch wohl nicht gut anders verstehen kann, ein persönlicher Messias bezeichnet, ein leibhaftiger Nachkomme der Familie Davids, so möchten wir einfach ftagen: Wo soll denn dieser „Sprößling des Hauses Davids" mit einem Male Herkommen? Denn ist wohl jetzt noch eine einzige Familie vorhanden, die durch ein Geschlechtsregister den deutlichen, unumstößlichen Beweis liefern könnte, daß sie von „dem Hause Davids" abstamme? Bekennt nicht vielmehr schon ein rabbinisches Werk, daß Mar Sutra, bar Mar Sutra, der letzte Nachkomme Davids gewesen sei? Oder wollen sich die heutigen Juden wieder so elendiglich belügen und betrügen lassen, wie ihre Vorfahren von jenen dreißig falschen Messias, die zu verschiedenen Zeiten nach und nach aufgetreten sind? Oder meint der Verfasser des „Lehrbuchs" etwa auch, der Messias sei schon längst geboren, halte sich aber wegen der fortgesetzten Unbußfertigkeit der Juden noch immer verborgen? Jedenfalls heißt es S. 79: „Jedoch können wir durch einen gotteöfürchtigen Lebenswandel, durch Buße und Besserung, das Herannahen der Erlösungszeit befördern." — Wie man sich die Ankunft des Messias zu denken hat, darüber wird der Schüler und Lehrer ganz im Dunkeln gelassen. — S. 75 wird

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