Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 1-2 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Schrift gelesen werden. An den Wändem führen schmale Gange hin und in der Mitte ist der Hauptgang durch die Kirche, zu beiden Seiten desselben stehen Bänke, zum Verschließen eingerichtet, und oben auf den Emporkirchen sind auch, wenn wir nicht irren, vier Reihen Bänke hintereinander. Die Zahl der Sitzplätze ist Tausend. Das Kirchlein bietet von Außen und im Innern einen lieblichen und wohlthuenden Anblick dar. Altar, Kanzel, Sitze u. s. w. ist alles ebenso einfach wie zierlich und sauber. Die Orgel wird von Sachverständigen sehr gerühmt. In der Mitte der Kirche hängt ein großer Kronleuchter, der mit nicht weniger als 80 Gasflammen dieselbe erleuchtet. Außerdem sind auch noch oben und unten an den Wänden Gasflammen angebracht, so daß derselben wohl im Ganzen etwa 140 sein dürften. Unmittelbar über dem Altar ist in goldenen Buchstaben links der Glaube, in der Mitte die zehn Gebote und rechts das Vater unser in deutscher Sprache zu lesen. — Zu der Feierlichkeit der Einweihung waren Einladungen an die Freunde und Beförderer des Werkes nach allen Gegenden ergangen und es hatten sich daher auch aus England, Hamburg, Bremen, Lübeck, Frankfurt, Breslau und andern Orten theilnehmende Gäste eingeftmden. So unfreundlich auch das Wetter am Tage der Kirchweihe war, so drängten sich schon lange, ehe die Stunde der Feier gekommen war, die lieben Freunde vor den Kirchthüren, und der Weihegottesdienst begann bei voller Kirche um 10 Uhr. Unmittelbarvor dem Altäre hatten die Missionare der Londoner Gesellschaft und einige Deputirte Platz genommen. Das an den Kirchthüren vertheilte Programm weist folgende Ordnung nach: „Orgelpräludium" und dann: „Gesang der Festversammlung", nämlich: Allein Gott in der Höh' sei Ehr u. s. w. alle vier Verse. Hierauf sprach Pastor Lonzer der Brüdergemeinde aus Altona ein herzliches „Dankgebet", auf welches ein „Chorgesang" folgte, nämlich Ps. 84: „Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth!" u. s. w. Hieran schloß sich die „Verlesung eines Abschnittes aus der heiligen Schrift" — es war der 24. Psalm, nebst einem Gebete —von dem Missionar und Prediger Bell so n in Berlin. Nach Absingung des „ Liedes der Festversammlung: Heilig, heilig ist die Stätte, die ich anbetend jetzt betrete, ja,