Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 1-2 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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christliche Missionswerk schimpfen, es verleumden und verdächtigen, auch mehr als zu einem gewandten Touristen, wie ein Blatt sagt. Aus den bisherigen Kundgebungen geht wohl genugsam hervor, daß der Missionseifer der Juden noch nicht so groß ist, Leib und Leben dran zu setzen und das leibliche und geistliche Elend der Falascha's so zu Herzen zu nehmen, daß man an Abhilfe dächte. Warum haben denn unsere deutschen Juden die „circa zweimalhundertfünfzigtausend Glaubensgenossen im Verlaufe des vielhundertjährigen Diaspora" so theilnahmloö verkommen lassen, daß sie jetzt nur „ein schwaches Dämmerlicht von ihrer Angehörigkeit zur jüdischen Nationalität mani-' feststen?" Es wird wohl auch hier gelten, was, so viel wir wissen, vor einigen Jahren ein jüdischer Redner Frankreichs in Bezug auf die Juden und ihre Zustände in Palästina sagte: Hätte die christliche Mission keine Schulen, Arbeits-, Krankenhäuser u. s. w. errichtet, die Juden in Europa hätten nie daran gedacht, hilfteiche Hand anzulegen. (Schluß folgt.) Zu der oft behaupteten Erfolglosigkeit der Mission unter den Juden. Man hört oft und viel von verschiedenen Seiten und in verschiedenem Sinn und Geiste die Behauptung aufftellen, die Judenmisston habe wenig oder keinen Erfolg. Am häufigsten vielleicht behaupten dies die Juden. Sie wollen einerseits sich selbst damit gleichsam einen Trost zusprechen und andererseits wohl auch eine Att Schadenfteude zu erkennen geben, oder die Sache in den Augen der christlichen und jüdischen Welt nur lächerlich und verächtlich machen, und so den Missionsfreunden selbst die Mission verleiden. In Nr. 30 der Allg. Z. d. I. von 1864 S. 465 lesen wir folgende „Privatmittheilung" aus „Landau (Waldeck)": „Wie ich vernommen, wird demnächst ein Prediger der Mission hier und in der Umgegend Vorträge halten, welche die Judenbekehmng zum Zwecke haben sollen. Er ist aber nicht damit zufrieden, diese Vorträge kirchlich rc. zu Tage zu fördern, sondern begiebt sich auch in die Wohnungen meiner Kollegen und Glaubensgenossen, um sein Bekehrungöwerk zu betreiben. Nun ist es zwar bekannt, mit welcher