Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 1-2 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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von den Missionaren der Londoner Gesellschaft, wie aus ihren Berichten erhellet, etwa 100 Personen im Laufe des Jahres durch die heilige Taufe in die christliche Kirche ausgenommen werden, so ist das doch immer nur ein Geringes. Nehmen wir auch hinzu, daß von den Missionaren der andern Gesellschaften, wie auch von verschiedenen christlichen Pastoren, die zu keiner Judengesellschaft gehören, manche Juden das Sakrament der heiligen Taufe empfangen: so werden wir dennoch bekennen müssen, daß im besten Falle wir doch nur von einem Tage geringer Dinge reden können. Wir müssen freilich hinzufügen, daß es uns nicht einfällt, den Erfolg der christlichen Mission lediglich nach der Zahl der erfolgten Taufen bemessen zu wollen. Mag man uns dagegen von christlicher und jüdischer Seite auch Vorhalten, daß, wie schon oben angedeutet wurde, unter den Getauften selbst manche Unwürdige seien; so wollen wir das einerseits durchaus nicht ganz in Abrede stellen, Menschen sind keine Herzenökenner, daß sie die wahren Gesinnungen der Proselyten immer erforschen könnten; aber andererseits wissen wir bestimmt, daß auch mancher auftichtige Israelit nur noch durch mancherlei Umstände und Rücksichten mit schwerem Herzen zurückgehalten wird, ein Bekenntniß von seinem Glauben an Jesum Christum, als an seinen Erlöser, abzulegen und die hellige Taufe zu empfangen. Ebenso wissen wir auch, daß der Zustand, der Geist, die Gesinnung der Juden in Absicht auf das Christenthum jetzt ein ganz anderer ist, als er vor 20 oder 30 Jahren war. Aber auch Alles zusammen genommen, können und wollen wir nicht anders, als nochmals bekennen, daß wir in den Erfolgen der Mission nur einen Tag geringer Dinge sehen; denn wir leben ja offenbar noch in der Zeit, in welcher Israel unter dem schweren Gericht Gottes steht, da ihnen Blindheit eines Theils widerfahren ist und nur ein Rest, ein Ueberbleibsel gerettet wird; während wir der Zeit, da ganz Israel soll gerettet und selig werden nur noch mit hoffendem und harrendem Sinn entgegenblicken. Wer ist aber, der diesen Tag der geringen Dinge verachtet? Das können und sollen sich die Bauleute vornämlich auch beim Eintritt in ein neues Jahr gesagt sein lassen, daß sie nicht mißtrauisch, kleinmüthig und zaghaft werden und dadurch den Herrn entehren. Beim