Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 1-2 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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fertigung, man setze den schon so aufgeblasenen Juden noch mehr Hochmuth in den Kopf u. s. w., u. s. w. Noch Andere , die zwar dieNothwendigkeit der Judenmisfion zugestehen und anerkennen, ziehen sich doch von der Theilnahme an derselben zurück, weil sie meinen, sie hätten wichtigere und dringendere Angelegenheiten zu berücksichtigen; oder das sei ein Feld für die Engländer und was dergleichen Entschuldigungen mehr sind. Die Nichtigkeit aller dieser und noch vieler andem Gründe ist eben so oft klar und deutlich aus dem Worte Gottes dargelegt worden, wie man dieselben vorgebracht hat. Im Laufe des christlichen Kirchenjahres kommen zwei Tage vor, die sich, so zu sagen, von selbst als Misstonstage darbieten und ankündigen. Der Eine dieser beiden Tage ist der sogenannte Epiphaniastag, der geeignet ist, uns die Heidenmission zu Gemüthe zu führen und der auch vielfach für die Empfehlung und Fördemng der Mission unter den Heiden benutzt wird; der Andere ist der zehnte Sonntag nach Trinitatis, dessen Evangelium von den Thränen Jesu über Jerusalem uns die Judenmission aufs dringendste ans Herz legt; denn wir sollen ja gesinnt sein, wie Jesus Christus auch war. Aber auf wie wenigen Kanzeln wird wohl auch selbst an diesem Tage, in dem Sinne Jesu Christi Israels gedacht, so daß auf ihre Bekehrung hingewiesen und für dieselben zu beten uüd zu wirken ermahnt würde? Das Häuflein derer, die inniges, wahres und thätiges Interesse an der Judenmission nehmen, ist daher ein kleines und der Bau dieses Tempels des Herrn noch gar sehr ein Tag geringer Dinge. Ein solcher Tag geringer Dinge ist die Judenmission auch in Absicht auf die bisherigen Erfolge. Zwar haben die Freunde und Beförderer dieser Mission keine Ursache über Erfolglosigkeit zu klagen; ja es dürfte sich bei Vergleichung der Erfolge in der Judenmission mit denen auf manchen Gebieten in der Heidenmission ergeben, daß dieser Erfolg in der Judenmission wenigstens nicht geringer ist als in der Heidenmission. Es wird auch noch in dieser Nummer der „Dibre Emeth" ein kurzer Artikel folgen, der die oft aufgestellte Behauptung von der Erfolglosigkeit der Mission unter Israel abweist und widerlegt. Aber wir bekennen gern, wenn auch mit Betrübniß, daß der Erfolg immer noch ein geringer ist. Denn wenn auch z. B.