Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 1-2 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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und geringen Umständen, ja unter harten und schweren Zeiten der Bedrückungen und Verfolgungen angefangen wurde, so ist es auch mit dem speciellen Theile des Baues dieses Hauses, mit der Mission unter Israel. Es ist ein Tag geringer Dinge, wenn wir die Theilnahme der Christen, namentlich auf dem Continente, an diesem Werke ansehen. Während von Niemand oder doch nur von sehr Wenigen das Werk der christlichen Mission unter den Heiden in Frage und Zweifel gestellt, die Nothwendigkeit und Nützlichkeit derselben vielmehr allgemein zugestanden und anerkannt wird, obschon die Theilnahme selbst noch lange nicht so allgemein ist: wird die Mission unter Israel viel stiefmütterlicher angesehen. Wenn wir selbst die große Zahl derer nicht beachten, die aus kaltem Jndifferentismuö gegen alle Religion dem Grundsatz huldigen, man müsse einen jeden Menschen in der ihm angebornen Religion ruhig und unbehelligt fortleben lassen, wie Viele sind der Meinung, die Mission unter Israel sei ganz überflüssig, da die Juden ein verworfenes Volk seien? Oder wenn auch das nicht, so meint man, die Zeit sei noch nicht gekommen, in der dies Haus des Herrn gebaut werden solle, der erwünschte Erfolg lasse sich auf diesem Missionsgebiete noch nicht erwarten; oder man sagt, die Juden wohnen meist unter Christen, wo ihnen stets hinlänglich Gelegenheit geboten würde, das Christenthum und die Heilswahrheiten kennen zu lernen, wenn sie Mr wollten. Andere sehen zwar die Judenmission nicht.grade für ganz überflüssig und unnütz an; aber sie können sich doch mit derselben nicht befreunden. Bald spricht man da wieder von geringem Erfolge in derselben, bald beruft man sich auf die Schlechtigkeit dieser oder jener Proselyten, die dem Christenthum durch ein unchristliches Leben nur Schande machen, oder wohl gar zum Judenthume zurückgekehrt seien; bald fihrt man auch verschiedene dogmatische Gründe und Bedenken an, aus welchen man der Judensache nicht günstig sein könne. Da meint man, die Judenmission führe zu allerlei schwärmerischen Ideen und un- oder antibiblischen Meinungen; denn man verkenne die Natur des Reiches Jesu Christi, das ja ein Kreuzreich sei, man wolle die Lehre vom Himmelreiche verweltlichen, man mißverstehe den Geist und Sinn der Propheten, man gefährde oder verleugne mit der so stark betonten Lehre vom tausendjährigen Reiche die Lehre von der Recht-