Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 21 (1865)
- Issue
- 1-2 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554741-2554743--04240-2560163- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
und dem Ausgange entgegen sahen: so hieß dennoch das Work des Herrn an dies arme Würmlein Jakob: „Wer ist, der diese geringen Tage verachte?" oder wie es eigentlich heißt: Wer verachtet den Tag der kleinen oder geringen Dinge? Es ist diese Frage eine ernste Warnung an die Bauleute selbst vor Gleichgültigkeit gegen die Fortsetzung des Werkes, vor Mißtrauen in den mächtigen Beistand des Herrn, als ob er etwa nicht im Stande wäre, durch alle Widerwärtigkeiten hindurchzuhelfen, aus dem Geringen etwas Großes und Herrliches hervorzubringen. Von jeher ist es ja des Herrn Weise gewesen, seine Sachen klein und gering anzufangen, sie durch mancherlei Noth und Gedränge hindurchzuführen, sie allmählich immer größer und stärker zu machen und so zu ihrem herrlichen und erwünschten Ziele zu führen. Die Geschichte des Volkes Israel zeigt uns mehrfache Beispiele der Art. Ein solches ist der zweite Tempel, der trotz aller geringen Anfänge, aller Hindernisse im Fortgange, dennoch zu seiner Zeit vollendet wurde und die Verheißung hatte, daß die Herrlichkeit desselben noch größer werden sollte, als die des ersten Tempels gewesen war, weil der Messias während der Dauer desselben erscheinen, in demselben auftreten, lehren und Frieden bringen würde. Des Herrn Rath ist wunderbarlich; aber er führt Alles herrlich hinaus. Wer wollte daher in Kleinmuth oder Verzagtheit den Tag der geringen Dinge verachten? Die Welt fängt ihre Sachen groß und herrlich an, endet aber gewöhnlich mit Schimpf und Schande. Die christliche Misstonssache unter Israel ist auch ein Tempelbau. Hier, wie in der Mission überhaupt und mit der ganzen Verkündigung des Wortes Gottes unter Juden und Heiden und Christen, ist es darauf abgesehen, einen geistlichen Tempel, ein Haus des Herrn aus lebendigen Steinen aufzuführen. Denn so schreiben die heiligen Apostel: „Ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes;" „erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau in einander gefüget, wüchset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn." 2. Cor. 6,16. Eph. 2,20. 21. vergl. 1. Petr. 2, 5. Wie der Bau dieses ganzen Hauses oder Tempels, d. i. der christlichen Kirche unter dürftigen 1»