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Dibre Emeth · 1864-01-01 · 11-12 (1864) · page 34

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Journal
Dibre Emeth
Volume
20 (1864)
Issue
11-12 (1864)
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
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194 Nichten und in das Gegentheil zu verwandeln. Wie weit das herzliche Verständniß auch unter den Gebildeten geht, konnte Schreiber dieses im vorigen Herbst 1863 wahrnehmen. Er reiste eines Sonnabends mit der Eisenbahn auf der Tour von Posen nach BreSlau. Die meisten Reisenden in der Abtheilung, wo Schreiber dieses saß, führten eine lebhafte Unterhaltung über die damaligen Kammerverhandlungen. Die meisten Sprecher im Waggon gehörten auch dem Fortschritt an. Da wurden nun namentlich die Juden wegen ihrer Fortschrittsideen hoch gepriesen und besonders erntete vr. Jakobi das meiste Lob ein. Nach einiger Zeit trat eine Stille ein. Mit einem Male aber erhebt einer der früher» Lobredner der Juden seine Stimme und ruft laut: Ach, es ist doch am angenehmsten am Sonnabend zu reisen, denn da ist man wenigstens nicht so von Juden umgeben. Die Andern gaben zu diesem Herzenserguß eben so ihren Beifall, wie vorher zum Lobe der Fortschrittsjuden. Das ist das „herzliche Verständniß," das zwischen solchen Christen und Juden besteht! Ein wirklich herzliches Verständniß kann nur da stattfinden, wo man stch der Wahrheit befleißigt und Wahrheit zum Grunde liegt. So lange aber nur immer die Lüge wiederholt wird, das Judenthum und noch dazu das talmudische, sei der Friede, predige für alle Menschen gleiches Recht, wisse von keiner Intoleranz, kenne keine Verfolgung Andersglaubender u. s. w. u. s. w-: so lange ist an kein herzliches Verständniß zu denken. Wir gestehen, wie wir das schon so oft wiederholt haben, daß die Christenheit die Juden oft verfolgt hat; aber wir erwarten auch von Euch das Geständntß, daß von Seiten Eurer Vorfahren gar manche Verfolgung gegen die Christen ergangen ist und daß grade der Anfang derselben in den ersten Zeiten deS Christenthums von den Juden ausging. Wir gestehen, daß fich bis jetzt immer noch viel Haß und Vorurtheil auf Seiten der Christen gegen Euch Juden findet; aber wir erwarten auch von Euch das Geständniß, daß das talmudische Judenthum Euch von Kindheit an Haß und Vorurtheil gegen uns Nichtjuden einprägt. Wir gestehen, daß wir leider den Vorschriften unsrer christlichen Religion nicht so Nachkommen, wie wir es sollten; wir beschuldigen daher uns selbst, während wir die Lehre des Christenthums von allen Ungeheuerlich-

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