Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 11-12 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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193 Naturgeschichte übereinftimmen." S. 296. — Wenn wir denn nun derartige Zugeständnisse von Juden selbst vernehmen, die offenbar am liebsten den Talmud von jedem Makel rein sprechen möchten, ist eö da noch möglich, in jener Vorlesung vr. Cohn's oder in der Anzeige derselben, die Behauptung als Wahrheit hinzustellen, daß Nichts von Ungeheuerlichkeit und Ausschreitung im Talmud vorhanden sei und nur ein vieltausendjähriger Haß demselben solche Dinge angedichtet hätte? Es ist aber in der That sonderbar, daß die allg. Z. d. I. einen solchen Artikel bringt, der eine Rechtfertigung des Talmuds sein soll, da doch grade die ganze Erscheinung der Reform selbst ein thatsächliches Zeugniß gegen den Talmud ist, wie ja auch die Judenzeitung sich oft genug über diesen Punkt ausgesprochen und z. B. in einem Artikel über „die Reform im Judenthum," 1862 Nr. 32, von „massenhaftem Aberglauben" sprach, der durch die Reform verworfen und ausgeschieden worden sei. — Wie ist cs also möglich, fragen wir abermal, zu sagen, nur „ein vieltausendjähriger Haß" habe immer wieder und wieder dem Talmud all die Ungeheuerlichkeiten, Ausschreitungen und was sonst an gedichtet?" Und wie ist es möglich, daß nun mit einem Male ein einziger Vortrag des Dr. Cohn im Stande ist, den gebildeten Christen von dem Ungrunde seines Hasses zu überzeugen? Der Talmud ist bekanntlich ein voluminöses Werk, dessen Stlidium viel Zeit erfordert. Es ist selten, einen gebornen Christen zu finden, der mit dem Talmud genau bekannt ist. Eine Ueberzeugung aber, daß von Alle dem, was man dem Talmud bisher fälschlich angedichtet, Nichts in demselben vorhanden sei, setzt doch voraus, daß dem zu Ucberzeugenden ein klarer Einblick in den ganzen Inhalt des Talmuds gegeben werde; denn sonst ist es doch nicht möglich, überzeugt zu sein. Auf eine bloße Versicherung eines noch so ausgezeichneten Redners hin Etwas als wahrscheinlich oder möglich annehmen, ist noch keine Ueberzeugung. Zu dieser gehört selbstständiges Forschen. Behauptet hat man von jüdischer Seite schon unzählige Male, daß dies und jenes im Talmud oder überhaupt im Judenthum nicht vorhanden sei, aber damit hat man noch keinen Beweis geliefert, noch weniger