Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 11-12 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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190 unbrauchbarsten Schlacken." Er spricht S. 204von „vielen Seltsamkeiten, welche mit unserer gereifteren Denkthätigkeit sich nicht vertragen;" von „darin vorkommenden Irrungen und offenbaren Mißgriffen;" von „Härten im Verkehr mit Götzendienern" S. 210. Der ganze Abschnitt, den Jost dem Talmud von S. 202 bis 212 widmet, ist eigentlich eine Lobrede auf denselben, dennoch aber kann er nicht umhin, die angeführten Zugeständnisse zu machen, und S. 211 schließlich nochmals zu bemerken, daß „viele Schößlinge, die der Talmud getrieben hat, als Ausartungen zu verwerfen sind." Jost kann demnach den Talmud nicht von allen „Ungeheuerlichkeiten" freisprechen, wie der Potsdamer Rabbiner und der Berichterstatter des besprochenen Vortrages. Peter Beer, der in dem ersten Theil seiner „Geschichte, Lehren und Meinungen aller bestandenen und noch bestehenden religiösen Sekten der Juden" u. s. w. in dem Abschnitt „Pharisäer" ausführlich über den Talmud schreibt, hatte gewiß Nichts von dem „vieltausendjährigen Haß;" er bemüht sich vielmehr den Talmud und die Verfaffer deffelben im schönsten Lichte darzustellen. Aber die Kunst der Beredsamkeit des Rabbiners vr. Cohn verstand und besaß er noch nicht, seine Leser zu überzeugen, daß sich von alle dem rein „Nichts" im Talmud vorfinde, was man demselben immer angedichtet habe. Er führt selbst Manches an, was man nur ins Reich der „Ungeheuerlichkeiten" rechnen kann, wie z. B. S. 228, dasidie „in Babilon zu Soria" gestiftete „Akademie eines gewiffen R. Huna nach dem Talmud so viele Schüler gehabt haben soll, daß, wenn sie nach beendigter Vorlesung von ihren Sitzen aufstanden und den Staub von ihren Mänteln schüttelten, eine so starke Staubwolke erregten, daß davon die Sonne verdunkelt und selbst zu Jerusalem die Zeit bemerkt werden konnte, wenn die Vorlesungen des R. Huna in Babilon beendiget wurden." S. 243 werden bei Gelegenheit der Regeln, nach denen die heilige Schrift zu erklären ist, einige Beispiele über den sogenannten „Pleonasmus" in der Bibel angeführt. In den Worten 1. Mos. 7, 23: „Es blieb Noah nur übrig" soll das hebräische Wörtchen: „ach,“ das mit „nur" übersetzt ist, überflüssig sein, „um anzuzeigen, daß Noah der Kälte wegen geseufzt