Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 11-12 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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189 Werke gegen den Talmud geschrieben. Sie haben aber denselben meist selbst reden lassen, d. h. sie haben durch eine Menge von Citaten aus dem Talmud dargethan, welche und wie viele „Ungeheuerlichkeiten" u. s. w. in demselben enthalten sind. Wir wissen wohl, daß man nicht nur von jüdischer, sondern auch von christlicher Seite schon lange gegen die Art und Weise protestirt hat, wie Eisenmenger u. A. gegen das Judenthum auftreten, man hat auch von Seiten der Juden allerlei gezwungene und erkünstelte Erklärungen, wenigstens mancher der angeführten „Ungeheuerlichkeiten" versucht; aber daß die Citate selbst falsch und unächt wären, kann man nicht sagen und das hat man wohl auch kaum gewagt zu behaupten. Den Geist, in welchem Eisenmenger sein Werk verfaßt hat, kann man lieblos nennen, aber die Sache, um die es sich handelt, wird dadurch nicht geändert. Andere, wie z. B. der sei. vr. M'Caul, haben in einem andern, milderen Geiste über das talmudische Judenthum geschrieben; aber hat er nicht der Wahrheit gemäß dieselben „Ungeheuerlichkeiten" u. s. w. dennoch bezeugen müssen? Und sind etwa in den bekannten Werken dieser Art schon alle „Ausschreitungen" des Talmuds an das Tageslicht gezogen, oder ist nicht vielmehr noch sehr Vieles der Art unberührt geblieben, was namentlich den Punkt der Keuschheit betrifft, weil in diesem Stück die Sachen zu schmutzig sind, als daß sie könnten in die Welt geschrieben werden? — Haben aber etwa bloß Christen aus „Haß" und Feindschaft gegen den Talmud und das Judenthum solche Anklagen erhoben? Ist es nicht eine bekannte Sache, daß die Juden selbst in den späteren Ausgaben ihres Talmuds so Manches gestrichen haben, weil die „Ausschreitungen" zu groß waren? Bezeugt nicht die neuere jüdische Literatur selbst vielfach, daß die „Ungeheuerlichkeiten" im Talmud keinesweges fehlen? Schwerlich wird man den jüdischen Geschichtsforscher Jost beschuldigen, daß er aus „Haß" dem Talmud dies oder jenes „angedichtet" habe, was sich gar nicht in demselben findet. Dennoch aber sagt er 2 Th. seiner „Geschichte des Judenthums und seiner Sekten," S. 202: „Der Talmud ... ist ein großartiges Bergwerk voll der verschiedensten Metalle und Erden, von dem feinsten Golde und den edelsten Steinen abwärts bis zu den