Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 11-12 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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180 nisse unzertrennlich zusammen die Psalmen 45, 72 und 110, die einen und denselben König Messias aus dem Hause Davids schildern. — Die Bemerkung unserS Verfassers über Dan. 9, 25. 26., daß dort „die Idee des Messias diesem Worte — Maschiach — nicht einwohnt, sondern die eines Königs oder Fürsten," was „man daraus ersteht," daß derselbe dahingerafft wird, spricht ja grade gegen ihn und seine Meinung. Denn wenn dem Worte Maschiach „die Idee eines Königs oder Fürsten einwohnt," so ist jadies durchaus kein Beweis gegen die Messtanität der Stelle, sondern vielmehr für dieselbe. Der Messias soll ja doch ein König und Fürst sein. Seine Königswürde ist ja grade durch das ganze alte Testament hindurch die hervorragendste und auch in den „drei Stellen," die unser Verfasser als Zeugnisse für einen persönlichen Messias gelten läßt, wird er als König und Fürst gefeiert. Eben so wenig ist auch ein Grund gegen die Messianität der Worte Daniels darin zu finden, daß dieser König oder Fürst „dahingerafft" wird. Denn wenn auch die Juden durch alle Jahrhunderte hindurch einerseits mit noch so großer Heftigkeit gegen einen leidenden und sterbenden Messias eifern: so legen sie doch andererseits selbst zugleich vielfaches Zeugniß für diese Wahrheit ab, indem sie sich einen besondern leidenden Messias erfunden haben, nämlich den Sohn Joseph's, wie sie ihn nennen, und von dem sie so manche Stellen erklären, die von dem Einen Messias, dem Sohne Davids, handeln, zu denen z. B. Jes. 53 und Sach. 12 gehört. Die Hauptsache ist und bleibt aber das Zeugniß der heiligen Schrift, und so gewiß eS ist, daß dieselbe einen Messias verheißt, der ein König und Herrscher der ganzen Erde ist, so gewiß ist es auch, daß derselbe durch Leiden und Tod „dahingerafft" wird; denn der Prophet Jesaias sagt Kap. 53, 10—12: „Aber der Herr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben, und des Herrn Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen, und die Fülle haben. Und durch sein Erkenntniß wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen; denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und