Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 11-12 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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179 Ob die orthodoxen Juden die Persönlichkeit des Messias gegen die Angriffe der Reform erweisen werden und mit welchen prophetischen Aussprüchen, das sind wir begierig zu sehen. Wir wollen jetzt nur noch einige aburtheilende Bemerkungen berücksichtigen, die unser Verfaffer gelegentlich in dem besprochenen Artikel angebracht hat, und zwar, wie es scheint, zu dem Ende, um den „ MessiaSglauben " in seiner Wurzel zu vernichten. Der Ausdruck Messias ist bekanntlich nur so zu sagen das germanisirte hebr. Wort Maschiach. Der Verfaffer erwähnt nun S. 253 in einer Anmerkung, daß das hebr. Wort „zur Bezeichnung des Hohenpriesters" dient, und auch der „König von Israel," ja selbst Cyrus dieses Beiwort erhielt. Dann fügt er hinzu: „daß Psalm 2, 2 kein anderer als David selbst nach seiner Thronbesteigung sich so nennt, haben schon Raschi und Kim chi richtig erklärt. Daß selbst bei Dan. 9, 25.26 nicht die Idee des Messias diesem Worte einwohnt, sondern die eines Königs oder Fürsten, ersieht man daraus, daß derselbe „dahingerafft" wird. In der ganzen heiligen Schrift also hat daS Wort N'VO die Bedeutung des Messias nicht." In Bezug auf Psalm 2 erklärt sich also unser Verfasser als in Uebereinstimmung mit Kim chi und Ra schi, daß nämlich David der Gesalbte und König sei, von dem dieser Psalm handelt. Nun legt aber bekanntlich Ra schi in seiner Erklärung des 2. Psalms das Geständniß ab, daß die Vorfahren diesen Psalm von dem Messias verstanden, er aber wolle ihn zur Widerlegung der Ketzer von David erklären. Eine solche Uebereinstimmung macht demnach dem Verfaffer keine sonderliche Ehre. Und in der Thal ist es ja doch unbegreiflich, wie Jemand den König David für den in Ps. 2 besungenen König halten kann, da diesem Gesalbten, abgesehen von allen andern Gründen, „die Heiden zum Erbe und der Welt Ende zum Eigenthum" verheißen werden, während David alle Mühe hatte, sich nur auf seinem Throne als König über Israel zu behaupten. Wir müffen also den 2. Psalm, trotz der Versicherung unseres Verfassers, seine und Raschis Erklärung sei „richtig," doch als ei» festes, unerschütterliches Zeugniß für die Wahrheit eines wirklichen und persönlichen Messiaö feßhalten. Mit diesem 2. Psalm hängen als solche Zeug- 12*