Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 11-12 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554733-2554740--04213-2560135- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
178 ist wie dasFeuer eines Goldschmieds und wie die Seife derWäscher." Ueber diesen kommenden Herrn und Engel des Bundes geht unser Verfasser, so zu sagen, mit Stillschweigen hinweg, in einer Anmerkung nur sagt er: „Wie man voraussetzen wird, wurden früher diese Worte" — nämlich : Siehe ich will euch senden den Propheten Elia, ehe denn da komme der große und schreckliche Tag des Herrn u. s. w. — „als ein wirkliches Wiedererscheinen Elijah's gedeutet und spielt daher dieser in der später» Ausmalung als Vorläufer des Messias eine große Rolle. Auch V. I. erklärte mancher den "|K^>D als Elijah, andere den Messias, Raschi und Kimcht einen Engel." Andere haben also doch und zwar mit allem Recht, in Mal. 3, 1 „den Messias" gefunden. Und bezeugen nicht unzählige Seufzer, Bitten und Flehen in dem alten Testament und in dem Gebetbuch der Synagoge, daß „der Herr," den Israel sucht und „der Engel des Bundes, des sie begehren," kein Anderer ist und sein kann, als der Messias, der, wie auch Haggai und Daniel so deutlich verkündigen, und wie wir oben bereits angemerkt haben, zu seinem, dem zweiten Tempel kommen sollte? Aber wo die Persönlichkeit des Messias gar zu stark hervortritt und jedem Leser der Propheten sonnenklar entgegenleuchtet, schließt unser Verfasser am liebsten seine Augen ganz zu und sagt unbefangen, es sei einsichtlich, daß der Prophet an gar keinen Messias denke. DaS ist allerdings ein leichter Weg den persönlichen Messias wegzudeuten und die Messtasidee aufzustellen. Es sind aber, wie jeder unbefangene Forscher der Schrift zugestehen wird und muß, selbst nur nach den Weissagungen, die wir hier erwähnt haben, in den ältesten Prophetensprüchen, wie in den älteren und jüngeren Schriften der Propheten, die klarsten Zeugnisse von einem persönlichen Messias vorhanden und alle Propheten legen das unzweideutigste Bekenntniß ihres festen Messiasglaubens in ihren Schriften ab. Die jüngeren jüdischen Rabbinen bestreiten wohl die Messianität mancher Weissagungen gegen uns Christen, aber sie thun es, wie sie zum Theil selbst charakteristisch genug bekennen, im Widerspruch gegen ihre älteren Vorgänger aus dem einfachen vorurtheilSvollen Grunde, um uns Ketzer zu widerlegen und nicht zu dem Geständnisse gedrängt zu werden, Jesus von Nazareth sei der verheißene Christus.