Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 11-12 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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173 König sein, der wohl regieren wird, und Recht unv Gerechtigkeit auf Erden anrichten. Zu derselben Zeit soll Juda geholfen werden, und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, daß man ihn nennen wird: Herr, der unsere Gerechtigkeit ist." Aber trotz dieser Einfachheit und Klarheit, mit welcher der Prophet „einen König aus demGeschlechte David's" verkündigt, soll doch „von einer messtanischen Person nirgends die Rede" sein. WaS ist also nun das „klare Wort" des Propheten anders, als offenbare Lüge und der Prophet anders, als ein Lügner? Wie er so „oftmalige Drohungen gegen die entartete Königsfamilie schleuderte," so ist es hier „für ihn ein Bedürfniß zu erklären," es wird ein König auftreten, „der Recht und Gerechtigkeit übt im Lande," wenn er auch weiß, daß kein wahres Wort daran ist. Wir machten schon oben darauf aufmerksam, daß nach dem Grundsatz des Verfassers die Propheten durchaus keine Autorität beanspruchen können, wenn sie, wie er vorgiebt, sich in ihren Aussprüchen irren und unter einander widersprechen. Hier erklärt er aber den Propheten gradezu für einen offenbaren Lügner, wie kann nun da noch von „heiliger Schrift" oder vom Worte Gottes die Rede sein? Woher weiß denn aber unser Verfaffer so genau, daß Jeremias gradein dem Stück gelogen hat, einen persönlichen Messias zu verkündigen? Eine traurige Rolle aber ist es, die unser Verfaffer spielt, wenn er seine „Messiasidee" nur auf solche Weise aus der Schrift ableiten kann; und aus andere wird es ihm nicht gelingen. Uebrigens möchten wir auch hier wieder wenigstens noch an die beiden großen Kapitel 30 und 31 des Propheten Jeremias erinnern, welche doch gewiß von der messianischen Zeit handeln; denn es ist ja dort von der künftigen, in „der letzten Zeit" bevorstehenden Einsammlung und Bekehrung Israels die Rede, wie auch von dem neuen Bunde der Gnade und von der felsenfesten Gewißheit aller Verheißungen, die der treue und wahrhaftige Herr seinem alten Bundesvolke gegeben hat. Aber auch da ist es für den Propheten „ein Bedürfniß zu erklären," daß Israel alsdann eine messtanische Person unter sich wohnend und thronend haben wird; denn er sagt Kap. 30, 8. 9 „in einfachem und klarem