Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 11-12 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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171 Hengstenberg ©. 240 anführt, daß alle nichtmesstanischen Erklärer mit Blindheit geschlagen seien. — Der Abschnitt Jes. 52, 13—53,12, in welchem der Verfasser ebenfalls unter dem leidenden Knechte des Herrn das Volk Israel versteht, ist schon zu oft und ausführlich so vieler Orten erörtert worden, als daß es noch einer Widerlegung jener unhaltbaren jüdischen Meinung bedürfte. So lange nur die zwei Sätze in jenem Kapitel stehen: „Wegen der Missethat meines Volkes" und: „In seinem Munde ist kein Betrug gewesen," wird es für einen ehrlichen Ausleger unmöglich sein in Israel den Knecht Gottes zu finden. Denn in dem ersten jener beiden Sätze wird dem Volke Israel „Miffethal" zugeschrieben; von dem Knechte Gottes aber heißt es in dem andern Satze, daß in seinem Munde kein Betrug gewesen ist. Ob der Verfasser das mit seiner Anschauung vom Volke Israel wird vereinigen können? — Wir möchten hier noch an Jes. 45, 24. 25 erinnern, wo die Klage ertönt: „Mir hast du Arbeit gemacht — oder wie es wohl genauer heißt: mich hast du dienen, oder zum Knecht gemacht mit deinen Sünden und hast mir Mühe gemacht mit deinen Missethaten. Ich, Ich tilge deine Uebertretung um meinetwillen, und gedenke deiner Sünden nicht;" an Jes. 40, 1 — 6, wo die Herstellung Israels und die Erleuchtung der Heiden als das Werk des Knechtes des Herrn bezeichnet wird, so daß er das Heil Gottes sein und werden soll bis an die Enden der Erde. Alle diese Stellen aber, die von diesem Knechte des Herrn handeln: Jes. 42, 1 — 7. 43,24.25. 49, 1—6; 50, 4; 52, 13—53, 12., find eben so viele klare und unumstößliche Zeugnisse für die Wahrheit eines persönlichen Messias. Der Verfasser schließt seine Citate aus dem zweiten Theile Jesaias mit der Bemerkung: „Von einem persönlichen Messias ist also bei Jeschajah II. keine Spur, denn die einzige Stelle, die darauf bezogen werden könnte, 55, 3. 4. spricht lediglich das Lob des von Israel stets hochverehrten Königs David aus, wie der Zusammenhang unwiderleglich zeigt." Daß die Worte Jes. 55, 3. 4: Neiget eure Ohren her, und kommt her zu mir; höret, so wird eure Seele leben; denn ich will mit euch einen ewigen Bund machen,