Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 9-10 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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152 meine ohne Aufhören für ihn zu Gott betete. Und da ihn HerodeS wollte vorstellcn, kam der Engel des Herrn und errettete Petrum. Derselbe Gott, bei dem ja keine Veränderung ist, kann auch unfern Freund Stern erretten und ihn nochmals hieher zu uns führen, damit er uns erzähle, was Gott in dem fernen Abyfsinien für ihn gethan hat... Nachdem Herr Ryle bemerkt,' daß nach seinem Dafürhalten die Mai-Versammlungen in der Presse und bei manchen Namenchristen viel belächelt und bespöttelt würden, fährt er fort und sagt: Solche Leute, die Alles belächelten, waS der Apostel Paulus that und sagte, gab es ohne Zweifel auch in Corinth, als er seinen Brief an die Corinther schrieb. Das Kreuz Christi war den Juden ein Aergerniß und den Griechen eine Thorheit. Und wie die Christen' vor 1.800 Jahren belächelt und verspottet wurden, so ist es noch jetzt. Ich glaube aber, ein wenig Verfolgung möchte uns sehr gut thun... Das waren die besten Zeiten der Kirche, als die Christen so um die Freiheit, zu dem Gott der Gnade beten zu dürfen, kämpften wie um ihr Leben. In solcher Zeit war die Kirche Christi in einem blühenden Zustande. Die Fabel von der Sonne und dem Winde und ihrer Wirkung auf den Reisenden sollte nicht vergessen werden. Nach dieser Fabel stritt die Sonne mit dem Winde, wer von ihnen Beiden den Wanderer bewegen würde, seinen Mantel wegzuwerfen. Der Wind wehte mit aller Macht, aber je stärker er blies, desto mehr zog der Reisende seinen Mäntel an sich heran. Als aber die Sonne anfing zu scheinen, öffnete der Reisende seinen Mantel je länger desto mehr, bis er ihn zuletzt ganz wegwarf. Ist es nicht eben so mit der Kirche Christi? Hat nicht die Gunst der Menschen die Kirche veranlaßt, ihren hohen Beruf zu vergessen? und hat nicht dagegen die Verfolgung die Wirkung gehabt, daß sich die Kirche um so fester an ihre Bibel und an ihren Herrn und Heiland Jesum Christum angeschloffen hat? DaS Blut der Märtirer ist noch immer der Same der Kirche gewesen. Ich fürchte Nichts für die Judensache von dem, was unsre Missionare zu erdulden haben. Wenn selbst unser theurer Freund seine Misston mit seinem Blute besiegeln sollte, würde ich um unsre Brüder in Abyssinien nicht fürchten. Wo wäre unsre Freiheit des Gottesdienstes jetzt, wenn nicht Cranm er