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Dibre Emeth · 1864-01-01 · 9-10 (1864) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
20 (1864)
Issue
9-10 (1864)
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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142 Orten und Zeiten nur immer vor der Welt bezeuge: „Immer hören wir und thun." Hier aber ist von „Abirren," „Abfall," „Verfall," von „immer wiederholtem Rückfall ins Heidenthum" und von dem auf diese Weise „herbeigeführten Sturz Israels und Strafgerichten" über daffelbe die Rede. Eine solche „Umwandlung" der Judenzeitung nehmen wir mit Freuden wahr?) — In dem angedeuteten traurigen Zustande, oder mit einem Worte in der Sünde Israels nicht nur, sondern in der Sünde der ganzen Menschheit einerseits liegt allerdings die Ursache und Veranlassung nicht zur „Messtasidee" sondern zu der gnädigen Verrheißung Gottes, uns einen wirklichen, persönlichen Messias in der Fülle der Zeit zu senden. Und in dieser Gnade und Liebe Gottes, die sich Unserer in Jesu Christo erbarmt, *) Jndeß ist die „Umwandlung" nicht von Bestand und also auch nicht reell; denn in Nr. 24 des „ jüdischen Volksblattes," das bekanntlich denselben Herausgeber hat, wie die Iudenzeitung singt man schon wieder das alte Lügenlied, daß Israel unschuldiger Weise von den „Peinigern" aus seiner Heimath vertrieben worden sei. Denn so lesen wir in der angef. Nr. 24 von 1864: „Dich marterte der Dränger Zahl — Mit grausenhafter Folterqual, Und von der heißgeliebten Erde, — Vom traulich-süßen Heimathsheerde Hat man dich schonungslos gebannt; — Du irrtest fremd in fremdem Land." „Du wanderiest von Thür zu Thür; — Doch keiner fühlte, litt mit Dir; Man drückte Dich mit bittrem Hohne, — Das war für Dich die Marterkrone; Mit frommem Muth trugst Du Dein Leid, — Du hofftest still auf beff're Zeit." „ Du hast des Leidens Kelch geleert, — Wie kein Volk ans der weiten Erd'; Doch nach so vielen Lausend Jahren, — Nach so viel Stürmen und Gefahren, Steht unversehrt Dein Stamm noch heut—Und prangt im schönsten Blüthenkleid." „Der Völker unzählbare Schaar, — Die vor Dir und die mit Dir war, Sie ist vom Erdball ganz verloren; — In Dir, mein Volk, das auserkoren, Lebt jetzt der alte Stamm noch fort: — Du bist noch treu dem Gotteswort;" „Der alten Satzung bist Du treu, — Trotz hartem Joch und Tyrannei, Der Satzung, die von seinem Sitze — Dir Gott einst gab auf Sinais Spitze; Da schwurst Du heilig-schweren Eid — Und hieltest ihn getreu bis heut." Welche Behauptung ist nun wahr, die, welche von dem fortwährenden und schweren Abfall Israels spricht, oder die, welche fingt, daß Israel „bis heute" den „heilig-schweren Eid" der Treue und des Gehorsams gehalten? Denn beide Behauptungen können nicht wahr sein; ist die eine wahr, so ist die andere die ftechste und gemeinste Lüge.

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