Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 9-10 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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141 fremde Länder u. s. w. „Aber durch dieses Strafgericht," heißt es dann, „wird Israel von allem Sündhaften befreit und zu Gott zurückgeführt." Diesem dann wiederhergestellten Israel schließen sich durch mancherlei göttliche Strafgerichte zur Besinnung und zu besserer Erkenntniß gebracht, die Völker an. Von Israel strahlt die Gottes- Erkenntniß über alle Nationen aus und endlich vereinigt sich die ganze Menschheit zu einem ewigen Reiche des Rechts, der Liebe und des Friedens. Das ist die Messtasidee der Reform. Die Welt soll durch eine von Gott herbeigeführte Selbstemwickelung in einen paradisischen Zustand verwandelt werden: aber wohl gemerkt, dies Alles ohne einen persönlichen Messias. „Dies," heißt es dann S. 253, „sind die Momente, welche alle Reden und Schriftwerke der Propheten ausfüllen. Aus dieser Allgemeinheit treten sie nur... heraus...., daß sie bisweilen die Wiederherstellung Israels und des Friedensreichs des ganzen Menschengeschlechts durch eine gottgesandte Persönlichkeit herbeigeführt sich denken. Diese Persönlichkeit bezogen sie dann auf einen Abkömmling des Hauses David. Es ist hierbei hervorzuheben, daß in den ältesten Prophetensprüchen die Idee der messianischen Zeit gegeben ist, daß auf diesem Hintergründe die Anknüpfung des Eintritts des Gottesreiches an eine Persönlichkeit nur bei den älteren Propheten, wie Jeschajah, klarer bervortritt, während sie bei den jüngeren Propheten wieder verklingt und bei Jecheskel und Jeschajah II. gänzlich verschwindet und immer schärfer in die Idee des durch die Entwickelung selbst eintretenden Friedensreiches aufgeht. Je tiefer also das Haus David sank und jemehr die Propheten in den Zusammenhang der Völker hinaustraten, desto weniger schloffen sich die großen Hoffnungen der erhabensten und geläutertsten Zukunft an eine Persönlichkeit an, sondern vielmehr an das ganze wiederhergestellte Israel und an die durch Gott herbeigesührte Entwickelung der Völker." Wir können hier zunächst eine beiläufige Bemerkung nicht unterdrücken, nämlich die, daß wir hier in der Judenzeitung ein Bekenntniß finden, dergleichen wir unS nicht erinnern, je gefunden zu haben. Sonst wußte die Judenzeitung nur immer von Israels unverbrüchlicher Treue und tadellosem Gehorsam zu rühmen, wie dasselbe aller