Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 9-10 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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137 Herrn anerkannte Theil, und wenn dies Wenige nicht nochvorhanden gewesen wäre, so wäre Israel geworden wie Sodom und Gomorra. Also die Frage ob persönlicher Messias oder bloße Messiasivee läßt sich nicht nach der Majorität entscheiden; sondern hier kommt es, wie die Judenzcitung auch sehr gut weiß und auch sagt, darauf an, „was die heilige Schrift über" den Gegenstand „enthält;" ihr Zeugniß ist „ein unumstößliches Gewicht." Die Judenzeitung sagt: „die Messiasidee ist eine Verheißung auf die Zukunft, die also lediglich durch den prophetischen Geist gegeben werden kann, aus welchen auch nach der Lehre der strengsten Orthodoxie nach Maleachi Niemand mehr Anspruch machen kann; sie ist keine Gesetzeöüberlieferung und keine Gesetzesinterpretation und es hat daher kein nachbiblischer Lehrer das Recht, über diesen Gegenstand eine vollgiltige Autorität zu fordern." — Sollen diese Worte der Judenzeitung so viel heißen, als: Niemand könnte Etwas von dem Messias oder von der Lehre über denselben wiffen, wenn nicht der Herr durch seine Propheten eS kund gethan hätte, so stimmen wir dem bei. Wenn aber, wie es den Schein hat, damit gesagt werden soll, das, was die Propheten über diesen Gegenstand geweissagt haben, kann auch heute noch Niemand verstehen, als allenfalls ein Prophet, oder wer „den prophetischen Geist" hat: so müssen wir dem entschieden widersprechen. Haben denn die Propheten nur für Propheten geredet und geschrieben, oder waren sie nicht vielmehr für das Volk zu Hirten und Wächtern gesetzt, daß sie das Wort des Herrn der Gesammtheit verkündigen sollten? Und wenn sie dem ganzen Volke das predigen mußten, was sie auf ihrer Warte schauten, sollte und konnte dann das verkündigte Wort nur ein so dunkles sein, daß Niemand es verstand? Vielen allerdings war ein solches, oder die Worte der Weissagung waren ihnen, wie der Prophet sagt, wie ein versiegeltes Buch; das waren und sind aber diejenigen Personen, die ihre Augen muthwillig gegen die Wahrheit verschließen, und sich lieber von Menschenwort gängeln, als von Gottes Wort unterweisen lassen. Der Verfasser des Artikels über „die Messiasidee" vermißt sich aber doch aus den Worten der Propheten seine „Messiasivee" zu entwickeln. Hält er sich denn