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Dibre Emeth · 1864-01-01 · 9-10 (1864) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
20 (1864)
Issue
9-10 (1864)
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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130 das Volk abwendet, und verbietet, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Chiistus, ein König." Luc. 23, 2. In diese Verwerfung Jesu Christi, die von Pharisäern, Schriftgelehrten und dem Volk ausgesprochen wurde, haben ihre Kinder und Nachkommen im Ganzen und Allgemeinen durch die 18 Jahrhunderte eingestimmt, während andererseits ein kleines Häuflein Israeliten und mit ihnen eine große Schaar aus den Heiden zu allen Zeiten öffentlich und feierlich bekannt und bis in den Tod bezeugt haben: Wir haben geglaubet und erkannt, daß dieser Jesus ist der Christ, der König und Erlöser Israels. Seit 1800 Jahren wirb die Botschaft in der Welt verkündigt: Jesus von Nazareth ist der von Gott dem Menschengeschlecht verheißene Messias und Erlöser; 1800 Jahre lang protestiren die Juden auf alle mögliche Weise gegen diese Botschaft und bleiben bei der Beschuldigung, die ihre Väter vorbrachten: Dieser Jesus ist nicht der verheißene Messias, sondern ein falscher Messias, ein Betrüger. Aber wenn auch Israel gegen die Wahrheit protcstirt, daß Jesus von Nazareth der wahre Messias sei, so bezeugen sie doch durch alle diese 1800 Jahre hindurch eben so feierlich und entschieden, daß sie die Ankunft des wahren Messias noch erwarten und sagen in ihrem Glaubensbekenntniß: „Ich glaube ausrichtig und mit wahrer Ueberzeugung an die Ankunft des Messias, und wenn er auch noch weilet, so harre ich dennoch täglich seiner Ankunft." Mag eS auch öfters und vielleicht zu aller Zeit Einzelne gegeben haben, die sich von dem Glauben an einen Messias lossagten, heimlich oder auch öffentlich; so verharrte doch das Volk im Ganzen fest in dem Bekenntniß: Der Messias wird kommen. Jetzt aber ist eS anders geworden. Vor 1800 Jahren erklärte Israel vor dem Gericht der Heiden: „Hinweg mit diesem!" — nämlich mit Jesu vonRazareth — „wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche!" Jetzt aber hat ein bedeutender Theil der Judenschast, die sogenannten Aufgeklärten, die Fortschrittsmänner oder die Reformjuden, zum Theil auch vor Gericht feierlich und eidlich erklärt, daß sie an keinen Messias glauben, auf keinen Messias hoffen, sondern nur eine Messiaöidee hegen, ein mcssianischeS Reich zwar noch erwarten, -aber ohne einen wirklichen, persönlichen Messias. Diese vor dem

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