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Dibre Emeth · 1864-01-01 · 7-8 (1864) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
20 (1864)
Issue
7-8 (1864)
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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136 Salomo bauete während seiner Friedensregierung den kostbaren Tempel in Jerusalem. Auch dem Messtas wird ein Tempelbau zugeschrieben; denn Sach. 6, 18 heißt eS von demselben: „So spricht der Herr Zebaoth: Siehe, es ist ein Mann, der heißt Zemach; denn unter ihm wird eS wachsen, und er wird bauen deS Herrn Tempel." Hier entsteht aber die Frage, was das für ein Tempel sei? Wir wissen wohl, daß manche Eregeten unter diesem Tempel einen buchstäblichen aus Holz und Steinen aufgeführten verstehen, der in der Zeit deS tausendjährigen Reiches in Jerusalem werde erbaut werden, nach der Beschreibung, die der Prophet Hesekiel Kap. 40—43 von demselben giebt. Wir bekennen aber, daß wir aus mehrfachen Gründen uns dieser Ansicht bis jetzt nicht anschließen können. Wir verstehen vielmehr unter dem Gegenbilde des Salomonischen Tempels den aus lebendigen Steinen auf den auserwählten köstlichen Eckstein in Zion erbauten Tempel, d. h. die Kirche Jesu Christi, oder seine Gläubigen. Von diesen sagt der Apostel: „Ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da JesuS Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau in einander gefüget, wüchset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn, auf welchem auch ihr mit erbauet werdet zu einer Behausung Gottes im Geist." 2 Cor. 6,16. Eph. 2, 20—22. 1 Petr. 2, 4. 5. Dieser Tempel ist zwar dem Anfang nach schon vor der Friedenszeit deS Messias vorhanden; der Bau desselben geht aber immerfort, indem durch die Predigt des Evangeliums je länger desto mehr lebendige Steine in den Gläubigen aus allen Völkern und Nationen gesammelt und zusammengebracht werden — man könnte an David denken, der sehr viel Material sammlete für den Salomonischen Tempel — bis in dem Friedensreiche Christi der Tempel zu seiner wahren Erscheinung und Vollendung kommt, wenn auch ganz Israel zu Jesu dem Messias bekehrt selig wird und der Herr nur Einer ist und sein Name nur Einer. — Der König Salomo schließt seine Schilderung deS großen Friedenskönigs und seines Reiches mit einem frohen Dankgebet, in welchem er zugleich um das Kommen desselben bittet und damit schließen auch wir: „Gelobet sei Gott, der Herr, der Gott Israels, der allein Wunder thut, und gelobet sei sein herrlicher Name ewiglich; und alle Lande müssen seiner Ehre voll werden. Amen, Amen."

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