Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 7-8 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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119 Denn Psalm 45 gedenkt wohl des Schwertes, das der gepriesene Held an feine Seite gürtet, der scharfen Pfeile, mit denen die feindlich gesinnten Völker unterworfen werden; aber der Kampf scheint schon beendigt zu sein, das Schwert mehr zum Schmuck und zur Zierde zu dienen, als zu fernerem Kampf. Der ganze Inhalt deö Psalms (45) weiset schon stark auf Salomonische Zustände hin, wie z. B. in den kostbaren Kleidern, den prächtigen Pallästen, den Geschenken der Tochter Zor u. s. w. — In -Psalm 72 wird, wie Hengstenberg in seiner Christologie sagt, „ein erhabener, herrlicher König gepriesen, der ausgezeichnet durch Gerechtigkeit sich mit liebevoller Fürsorge der Elenden und Bedrängten annimmt; unter dessen Regierung allgemeiner Friede herrschen und eine reiche Fülle von Segnungen ausgegoffen werden wird, als eine Folge der Gerechtigkeit, die durch ihn gegründet worden. Die Segnungen, welche seine Erscheinung mit sich bringt, werden nicht etwa, wie bet ausgezeichneten irdischen Regenten, nach kurzer Dauer durch seinen Tod unterbrochen, sondern sie sind, so wie er, ewig, und ebenso wird die Verehrung und Dankbarkeit seiner Unterthanen gegen ihn in Ewigkeit fortdauern. Sein Reich ist nicht etwa auf den engen Umfang von Palästina beschränkt, sondern eS erstreckt sich über die ganze Erde. Alle Völker derselben, selbst die entferntesten, mächtigsten und wildesten werden ihm ehrfurchtsvoll huldigen, und zwar nicht durch Waffengewalt besiegt, sondern freiwillig sich ihm unterwerfend, bewogen durch seine Gerechtigkeit und Liebe. Durch ihn wird die große, dem Abraham ertheilte Verheißung erfüllt werden, daß durch seinen Samen alle Völker der Erde gesegnet werden sollen." Daß dieser König der Messias ist, geht aus dem ganzen Inhalt des Psalmes hervor. Die charakteristischen Züge find dieselben, wie sie in den verschiedenen messtanischen Weissagungen der Propheten immer wiederkehren. Wie hier in V. 3. 7 von dem großen und allgemeinen Frieden die Rede ist, so sagtJesaias Kap. 8, 6: „und des Friedens kein Ende auf dem Stuhl DavidS;" Kap. 11 wird auf eine ganze Umwandlung der Kreatur hingewiesen: „die Wölfe werden bei den Lämmern wohnen," u. s. w. „man wird nirgend letzen noch verderben auf meinem heiligen Berge" u. s w. vergl. auch Jef. 65.