Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 7-8 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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109 einem Jeden sich alsbald aufdrängen muß, so sind eS doch nicht sowohl diese Punkte, welche wir an dem Könige David als Vorbild des Messias hervorheben und auf die wir eigentlich Hinweisen wollten; sondern der besondere und charakteristische Zug ist vielmehr ein anderer, wir meinen, wie wir schon andeuteten, die Beschaffenheit der Davidischen Regierung. David und sein KönigthuM wurde sehr oft und viel angefochten, er muß stets kämpfen und streiten um sich und sein Reich zu behaupten, er hat es bald mit inner», bald mit äußern Feinden zu thun. Und hierin bildet David recht eigentlich den Messias und sein Reich vor, wenn wir dasselbe in seinem nun fast zweitausendjährigem Bestehen betrachten. — Gehen wir etwas genauer auf dieses Merkmal ein. Davids Regierung kann eine lange genannt werden, denn sie dauerte 4V Jahre; aber sie war die ganze Zeit hindurch mit weniger Unterbrechung eine schwere und kriegerische. Bald nach seiner großen Heldenthat, da er als gesalbter König den Riesen Goliath besiegt hatte, nach welchem Siege ihn Israel mit dem Lobgesange feierte: „Saul hat Tausend, David aber Zehntausend geschlagen," begannen seine Leiden und Drangsale. Saul, der verworfene König, wurde sein heftiger Feind und Verfolger, so daß der Erwählte und Gesalbte des Herrn nie und nirgends seines Lebens sicher war, so lange Saul lebte. Aber auch mit Sauls Tode nahm die Feindschaft gegen David kein Ende. Jsboseth, Sauls Sohn erregte einen Aufruhr gegen David und ließ sich zum Könige über Israel machen, und nur das Haus Juda hielt es mit David. „Und es war," wie es T Sam. 3,1 heißt, „ein langer Streit zwischen dem Hause Sauls und dem Hause Davids." Kaum waren diese Anfeindungen vorüber, so bereiteten sich schon wieder nach einer kurzen Zeit der Ruhe und des Friedens in Davids eigener Familie neue schwere Leiden und eine schwarze Gewitterwolke zog wider ihn und sein Regiment herauf in der Empörung, die sein eigener Sohn, der den schönen Namen Absalom, d. i. Friedensvater führte, in grellem Gegensätze gegen diesen Namen, wider seinen eigenen Vater anftistete, um ihn vom Throne zu stürzen und sich auf denselben zn erheben. — Außer diesen Kämpfen in und mit seinem eigenen Volk hatte David auch Kriege gegen äußere Feinde zu führen, namentlich gegen