Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 7-8 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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100 Ihr, die ich meine, die Hälfte davon geerbt, die Ihr Röm. 1t und die Propheten nicht lesen könnet, ohne im eregetischen Nebel zu tappen. Und fast scheint es, wie wenn Ihr eS den Juden an Fanatismus gleich thun wolltet! Hu, was für ein grausig bewegtes Meer macht Ihr aus der lutherischen Kirche, welchen Fallacien des Schlusses ergebt Ihr euch, um nur keine endliche Heimholung der Juden zu ihrem Christus zuzulassen. Wahrlich, man braucht nicht nach Buffalo zu gehen, oder nach Nordamerika überhaupt, man kann diesseit des Meeres lesen und staunen, wie Lutheraner gegen Lutheraner von gleich fester confesstoneller Treue eifern! Was thun wir denn, wir, die wir Euern Haß und Eure Schmach tragen? Wir behaupten: die Propheten — und zwar wie viele! — St. Paulus Röm. I I, St. Johannes in der Offenbarung reden von einem kommenden Zeitpunkt des Glaubens und der Liebe Israels zu unserm Herrn Christo, von einem Reiche Davids vor dem Untergange der Welt. Uns ist das so einfach, daß wir keine Wahl haben, alS: entweder meinen die Propheten dies, wenn sie von dem Ende weissagen, oder sie so wenig als andere wissen, was sie meinen. Könnt Ihr es leugnen, daß der Wortlaut so ist, wie wir eS nehmen? Wenn aber der Wortlaut außer Zweifel ist, wenn die Propheten nichts anders gemeint haben können, warum verwerft Jhr's? Oder, wenn Jhr's verwerfen wollet, wenn Ihr Eure sich selbst widersprechenden, uneinigen mancherlei Deutungen gegen die Einfalt und Leichtigkeit deS Wortlauts glaubt fetzen zu müssen: warum hasset und verdächtiget Ihr andere darum, daß sie sich erlauben, lieber dem einfachen Wortlaute der Schrift, als Eurem Widerspruch, der selbst voll Uneinigkeit ist, beizufallen? Ich denke, die Sachen liegen so: „„Der Herr wird richten zwischen uns und Euch."" Erweist das Ende, daß der Wortlaut nichts ist, so wollen wir der göttlichen Entscheidung uns dcmüthig unterwerfen. Erweist sich's anders, so thut Ihr dasselbe. Jndeß treiben wir, ein jeder Theil seine Erkenntniß in Friede und Bescheidenheit und warten auf die Entscheidung, die kommen wird. — Das wollt Ihr nicht? Ihr stoßet uns, die wir in allen Sätzen der Symbole mit Euch einig zu sein behaupten, von Euch, ja schier aus Euren Kirchen, weil Ihr euch einbildet, das