Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 5-6 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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76 nare fortgeschickt und erklärt hat, er wünsche eine Reformation der abyssinischen Kirche, aber er würde keine andere Kirche in seinem Lande dulden, so konnte ich auch damals keine ordintrten Missionäre schicken (auch kann ich das jetzt noch nicht, obgleich ich hoffe, auch dieS wird geschehen); aber ich sähe deutlich, welche Instruktionen ich den Brüdern geben solle, nämlich es sich angelegen sein zu kaffen, das Wort Gottes über das ganze Land zu verbreiten, jedoch in jedem einzelnen Falle sich zu überzeugen, dasselbe werde auch gelesen werden; bei der Verbreitung den Leuten eine einfache Anleitung zu geben, wie sie die Bibel mit Nutzen gebrauchen und lesen könnten; selbst aber das Evangelium zu predigen besonders durch ein gottseliges Leben, dabei jede Gelegenheit zu benutzen, die Bibel in kleineren oder größeren Cirkeln zu lesen, mit einer einfachen praktischen Erklärung zu begleiten, dabei aber möglichst alle blos spekulative Untersuchung zu vermeiden und immer nur darauf bedacht zu sein, einerseits die Leute zur Erkenntniß ihrer Sünde und andererseits sie zu Christo zu führen, dem Heilande der Sünder, niemals darauf auszugehen, Proselyten zu machen aus der abyssinischen Kirche, immer aber auf die Nothwendigkeit der Bekehrung und Wiedergeburt durch den heiligen Geist zu dringen u. s. w. Ich schärfte ihnen ein, treulich für den König zu arbeiten, um so hoffentlich das Werk der Evangelisation auf verschiedenen Wegen zu fördern. Wenn ich nun alle Berichte erwäge, die ich über Abysstnien direkt von den Brüdern und auch von einigen Reisenden erhalte, so freut eS mich, sagen zu können, daß die Brüder, ein kurzes Mißverständniß abgerechnet, das 1860 vorkam, sich bemüht haben, jene Instruktionen gewissenhaft zu befolgen, und der Herr segnet daS Werk, wie ich sogleich erwähnen will. Dabei waren die Felaschas oder abyssinischen Juden nicht vergessen. Nachdem ich 1830 in Gondar und den benachbarten Dörfern Unterredungen mit ihnen gehabt hatte, hatte ich nicht aufgehört zu beten, daß das Evangelium auch zu diesen verirrten Schafen des Hauses Israel möge gebracht werden. Als ich daher 1855 die Brüder aussandte, ermahnte ich sie ernstlich, die Felaschas einen Hauptgegenstand ihrer christlichen Sorgfalt fein zu lassen, ihnen