Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 5-6 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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75 Vaters des jetzigen Königs Theodorus, mit dem ich mehrere religiöse Unterredungen hatte, und dem ich ein Eremplar der 4 Evangelien und der Epistel an die Römer gab, so viel nur war damals in der amharischen Sprache gedruckt. Theodorus, damals ein Knabe von 14 Jahren, konnte schon aethiopisch lesen, das ihm aber nicht gefiel, weil er es nicht verstand. Als er aber das Buch bekam, das ich seinem Vater gegeben hatte, war er, da er eS verstand, so erfreut darüber, daß er es überall hin mit stch nahm , und es ist wahrscheinlich das Mittel gewesen, daß er seine Landsleute an Einficht und Moralität übertrifft. Der Umstand, daß ich seinem Vater fein Lieblingsbuch gegeben hatte, war wohl auch die Ursache, daß er bald nach seiner Thronbesteigung eine Correspondenz mit mir anfing, in der er mich bat, ihm Handwerker zu senden, die seine Unterthanen anleiten möchten, Eisen, Holz und Steine zu bearbeiten. Ich antwortete, dies gern thun zu wollen, vorausgesetzt, daß er diesen Leuten erlauben würde, das Wort Gottes unter seinem Volk zu verbreiten und ihnen die Wäbrheit des Evangeliums zu lehren. Daraus schrieb er mir, das gerade wünsche er, das möchte für sein unwissendes Volk gethan werden. Ich correspondirte damals mit Herrn Spittler in Basel, der mir sogleich 6 Chrischona-Brüder schickte — meist junge Handwerker, die 2 oder 3 Jahre in jenem Institut unterrichtet werden, um dann als Katechisten, Bibelleser, Hilfsmissionare u. s. w. zu arbeiten — von denen ich 4 nach Abyssinien sandte. Sie nahmen etwa 2vvv Bibeln und Theile derselben mit stch. Dies war Ende 1855, und Ende 1858 sandte ich noch 2 mit ohngefähr derselben Anzahl von denselben Büchern, die mir die brittische und ausländische Bibel-Gefellschaft gütigst schenkte und die auch die Transportkosten bis an die abysstnische Grenze gütigst bestritt. Diese Bibeln find nun alle über alle Provinzen Abysstniens verbreitet worden und unlängst bin ich dringend ersucht worden, mehr zu schicken, da jetzt eine viel größere Nachfrage vorhanden ist als je. Ich habe daher die Bibel-Gesellschaft gebeten, mir gütigst abermals eine solche Schenkung zu gewähren. Fast alle diese Bücher find in der amharischen Muttersprache. Da der König Theodorus alle römisch-katholischen Missio-