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Dibre Emeth · 1864-01-01 · 3-4 (1864) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
20 (1864)
Issue
3-4 (1864)
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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33 Antwort, noch weniger eine Tröstung. Der Israelit aber, der von einer feurigen Schlange gebissen nicht nach der von Mose aufgerichteten kupfernen Schlange hingeblickt hätte, hätte dies Anblicken nur unterlassen, weil er dies einfache, in seinen Augen verächtliche Mittel nicht anwenden wollte, aber nicht darum, weil er nicht konnte. Welche Antwort oder welche Tröstung hat die Judenzeitung für einen Kranken, der die vorgeschriebenen Mittel nicht anwenden, für einen Hungrigen, der die ihm Vorgesetzten Speisen nicht genießen will? Aehnltcher Weise ist es mit dem Christenthume, denn wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also ist des Menschen Sohn ans Kreuz erhöhet worden, auf daß Alle, die an ihn glauben/ nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. — Ist es aber einem Menschen aufrichtig darum zu thun, zu dem erforderlichen Glauben zu kommen, ist es Wahrheit, wenn Jemand sagt: ich möchte gern glauben, aber ich kann nicht: so ist das Chrtstenthum israelitische Gotteslehre mit ihren sittlichen Consequenzen war der Gegensatz des Heidenthums und aller heidnischen Elemente von ihrem Beginn an. Aber trat sie als Opposition auf? Nicht im Geringsten, sie wollte nur eristiren, nur für sich da sein und leben. In der Wüste geboren, wollte sie nur in einem engen von Bergen und Meer begrenzten Lande bestehen, bis etwa — die Menschheit ihr zugereist sein würde. Sie erhob das Schwert nur, wenn sie innerhalb ihrer eigenen Grenzen angegriffen und bedroht wurde; sie entsandte nicht einmal Emissäre, sondern überließ es de^ großen Entwickelung der Geschlechter, bis man ihre Rede und ihre Schrift brauchen und sich holen würde." Ist das getreue Darstellung oder nicht vielmehr die handgreiflichste „Verfälschung der israelitischen Geschichte?" Zst es Hochachtung gegen das göttliche Ansehen der heil. Schrift oder ist es nicht vielmehr das grade Gegentheil, wenn es in Nr. 33 d. Judz. heißt: „Die heil. Schrift spricht nirgends aus, daß ihr gesammter Inhalt Wort für Wort von der Genesis bis zur Chronik unmittelbar von Gott herrühre, wohl aber, daß die Lehren Mosis und der Propheten diesen göttlichen Ursprung haben. In der talmudisch-rabbinischen Epoche ging man hierin nun weiter, nahm die ganze Bibel und Alles, was darin enthalten ist, als von Gott unmittelbar herrührend an, so daß nicht blos die prophetischen Reden und Aussprüche aus Gott unmittelbar ersioffen, sondern auch der geschichtliche Theil und die Hagiographen von einem „„heiligen Geiste"" eingegeben seien" u. s. w. Das sagt derselbe Mann, der sich gegen „Bibelschänderei," gegen „Verdrehung und Verfälschung der israelitischen Geschichte" ereifert. Hier erklärt er „die Lehren Mosis" für „göttlichen Ursprungs" und wie wir oben sahen, leugnet er die Lehre von den Opfern oder ignorirt sie wenigstens. Das ist „wissenschaftlich," „unparteiisch" und „vorurtheilsfrei."

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