Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 3-4 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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SS wir sagen: Wie aber, wenn Jemand, der nach Gott verlangt, „die Möglichkeit der Rückkehr, den Weg der Besserung und Läuterung" nicht „in seine eigene Hand gelegt" findet, wenn er bei allem Bestreben und Mühen und Arbeiten, „in Gedanken, Wort und That," sich doch nicht so „in allen seinen Gefühlen und deren Ausprägung durch Handlungen von der Sünde entfernt, rein macht und läutert" und er vielmehr die Sünde immer stärker in sich fühlt, so daß er mit Jesaias ausrufen muß: Wir sind allesammt wie die Unreinen, und unsere Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid? — Wir wollen zunächst eine andere Frage thun. Als Israel in der Wüste wanderte, wurden sie in Folge ihrer Sünden mit feurigen Schlangen geplagt. Auf Moses Fürbitte für Israel sprach der Herr zu Mose: „Mache dir eine eherne Schlange und richte sie zum Zeichen auf; wer gebissen ist und stehet sie an, der soll leben." Moses that nach dem Befehl Gottes. Wie aber, wenn der nach Heilung verlangende Mensch zu dem Glauben nicht kam noch kommen konnte, daß das Hinsehen auf eine kupferne Schlange ihn gesund machen und vom Tode erretten könne und werde, weil sein ganzes Wesen, seine Vernunft und Alles sich dagegen sträubte, und ihm die Thorheit und Nichtigkeit eines solchen Mittels zu klar einleuchtete? Was kann das Judenthum des IS. Jahrhunderts für eine Antwort, für eine Tröstung geben? Nach dem Obigen wird es vielleicht auch die ganze Erzählung für eine „finnige Legende"*) erklären, das wäre aber keine *) In Nr. 23 d. a. Z. d. I. heißt es nämlich in einem Artikel: „Sind auch die Zeiten der finnigen Legende vorbei, in denen die Mauern Jerichos an einem Tage vor dem schmetternden Posaunentone Israels fielen" u. s. w. Mit und aus der heil. Schrift macht Dr. PH. grade was ihm beliebt. In Nr. 32 ereifert er fich über die „Bibelschänderei" in unfern Tagen und sagt unter Anderm: „Aber auch nicht jene Bibelschänderei, jene absichtliche Verfälschung der israelitischen und jüdischen Geschichte, die jetzt wieder in mancherlei Schriften beiläufig oder als Hauptsächlicher Zweck zu Tage tritt, haben wir zu fürchten" u. s. w. Sollte man nach solchen Worten Herrn Dr. Ph. nicht für einen bibelgläubigen Mann halten, der für die Ehre und das göttliche Ansehen der heiligen Schrift streitet? Wie stimmt nun aber ein solches Auftreten gegen „Bibelschänderei" mit dem Ausspruch, die biblische Erzählung der Einnahme Jerichos sei eine „ finnige Legende? " Ist das etwa keine „Bibelschänderei?" Oder ist es keine „abfichtliche Verfälschung der israelitischen und jüdischen Geschichte/' wenn es in Nr. 28 der Judz. heißt: „Die