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Dibre Emeth · 1864-01-01 · 3-4 (1864) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
20 (1864)
Issue
3-4 (1864)
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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50 das Blut ist dieVersöhnung für das Leben —eigentlich: für die Seele." — Darum hat auch der Talmud nicht nur die oben angeführte Einrichtung getroffen, daß in der Zerstreuung jeder Israelit am Versöhnungstage einen Hahn schlachte, sondern er stellt auch ganz denselben Grundsatz auf, den das neue Testament lehrt: „Ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung oder keine Versöhnung" Ebr. 9, 28. — Mit dieser bibl. Lehre über die Versöhnung und über die Institution, das Wesen und den Zweck des Versöhnungstageö ist die Judz. in argem, grellem Widerspruch, denn sie weiß kein einziges Wort von den Opfern, die doch nach dem Gesetz Moses die Hauptsache sind. P h. sagt, die Religion wollte die Mittel darbieten, durch welche man zur Versöhnung mit Gott gelangen kann und grade das Mittel, welches ausdrücklich und einzig und allein dazu verordnet ist, kennt er nicht, verschweigt er und stillschweigend verleugnet er es. Wo ist denn in irgend einer Stelle gesagt, daß in der Zurückgezogenheit, im Bekenntniß der Sünde, in Reue, in Fasten u. s. w. die Versöhnung liege? In der Judenzeitung steht es, aber nicht in der Bibel. Es ist eigenthümlich, daß während man jüdischerseitS das Gesetz Mosis so hoch stellt» dessen ewige Dauer und Giltigkeit behauptet und sein Ansehen über die Propheten erhebt, dieselben Juden so leichtfertig über die ganze so wichtige und ausführliche Opferanstalt hinweggehen, als ob kein Wort von einem Opfer in Moses enthalten sei. Ist das eine vorurtheilsfreie, unparteiische Kritik? Ist das freie wissenschaftliche Untersuchung? Wenn Dr. PH. sagt, „das Judenthum spricht von der Versöhnung, das Christenthum von der Erlösung," so ist das allerdings nicht so zu verstehen, wie die Worte zu lauten scheinen, als spreche er mit dieser Behauptung dem Christenthum die Lehre von der Versöhnung ganz und gar ab; sondern es soll wohl nur damit angedeutet werden, daß die christliche Versöhnungslehre diesen Namen nicht verdiene, oder 1>aß die neutestamentliche Lehre von der Versöhnung Gottes unwürdig und daher zu verwerfen sei. Wenn der Jude „sich in Gedanken, Wort und That, in allen seinen Gefühlen und deren Ausprägung durch Handlungen von der Sünde entfernt, sich rein macht und läutert," so ist er nach Ph.'s Lehre „von seiner Schuld-

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