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Dibre Emeth · 1864-01-01 · 3-4 (1864) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
20 (1864)
Issue
3-4 (1864)
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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48 die Bußtage vorordnete Versöhnung mit seinem Nebenmenschen vorbereiten soll. Die Religion wollte also hiermit ihren Bekennern die Mittel darbieten, durch welche sie bei aufrichtiger Benutzung zur Versöhnung mit Gott, zur Ausgleichung ihrer Schuldhaftigkeit, zur Läuterung gelangen können." Juden;. 4L. Das ist nach der allg. Z. d. I. die Lehre von der Versöhnung, und da der Verfasser jener Abhandlung über Judenthum und Christenthum „in der heil. Schrift," wie er in Nr. 9 S. 128 der Jdz. ausdrücklich sagt, „die unveränderliche Basis für das Judenthum findet," so soll doch diese Lehre von der Versöhnung nicht etwa ein Machwerk und eine Erfindung eines heutigen Reformers sondern der heiligen Schrift entnommen und derselben gemäß sein. Wie steht es nun aber damit? Daß „sich die Worte" von der Gnade Gottes und seiner Bereitwilligkeit Sünde zu vergeben, „wie ein rother Faden durch die ganze heilige Schrift ziehen," wer möchte das leugnen? Aber geht nicht ebenso durch die ganze heilige Schrift ein anderer, ebenso rother Faden, der die strenge Heiligkeit und Gerechtigkeit, den strafenden Ernst Gottes darstellt? Muß nicht P h. selbst von dem unaussprechlich gnädigen Gott sagen, daß er nichts unbestraft läßt? spricht er nicht selbst von „dem zürnenden Vater"? Es ist in der That, um uns milde auszudrücken, charakteristisch, wenn PH. sagt: „DaSJüdenthum setzte den Versöhnungstag ein." Was soll denn damit gesagt sein? Er spricht ja doch vom Judenthum des 19. Jahrhunderts; hat dieses den Versöhnungstag eingesetzt? das sollte man zuerst meinen; aber das ist nicht seine Meinung. Oder soll und kann daS heißen: Gott hat den Versöhnungstag eingesetzt? Oder muß es nicht nach den oben angeführten Worten heißen, das Judenthum begnügte sich nicht damit, zu wissen, daß Gott barmherzig ist, sondern es that noch ein Uebriges, was gar nicht nölhig und geboten war, es setzte aus freien Stücken einen Versöhnungstag ein? Und wenn P h. von den Anordnungen der Talmudisten für den Versöhnungstag spricht, so zeigt er doch damit, daß derselbe nicht erst eine Einsetzung „des JudenlhumS des 19. Jahrhunderts" ist. Aber eben darum fragen wir hier, warum erwähnt er denn nicht auch der Verordnung der Talmudisten, daß am Vorabend des Versöhnungstageö

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