Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 3-4 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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47 so lange der Blick des Vaters noch streng auf es gerichtet, es aus seiner Nähe verbannt ist, es in seine Liebe und sein Vertrauen nicht wieder völlig eingesetzt worden, fühlt sich das Kind tief betrübt und unglücklich und dieser Schmerz brennt mehr und länger als alle leibliche Strafe. Wehe dem Kinde, wo es nicht also ist! Da tritt die Religion Israels zu ihm und spricht: Kehre um, bereue und bessere dich, thue das Böse nicht wieder, schaffe das Unrecht aus deiner Hand, und dir ist vergeben, dein Gott ist versöhnt mit dir." Dasselbe wird sogleich nochmals wiederholt: „In der That war und ist das Judenthum dieReligion derVersöhnung und ihr einfacher Lehrsatz war stets: Gott ist allbarmherzig, und wenn du von der Sünde lässest und das Unrecht, das du begangen, wieder gut machst, so ist deine Schuldhaftigkeit ausgelöscht und Gott mit dir versöhnt." Darauf werden mehrere Stellen, die von der Barmherzigkeit Gottes und seiner Bereitwilligkeit, Sündezuvergeben, handeln, angeführt, namentlich „der!«ous vlsssieus" Hes. 18, wo es V.21—23 nach der Zudz. heißt: „So der Frevler zurückkehrt von all seinen Sünden, die er vollführte und all'meine Satzungen wahret und Rechtund Gerechtigkeit übet, sowird er leben, nicht sterben. All seinerMissethat, die ervollführte, wird ihm nicht gedacht, durch seine Gerechtigkeit, die er übte, wird er leben. Sollt' ich denn Wohlgefallen am Tode des Frevlers haben? spricht der Herr, der Ewige, nicht daß er zurückkehrte von seinem Wandel und lebe? Dann heißt es wörtlich also: „das Judenthum begnügte sich mit der Aufstellung dieses Lehrsatzes nicht, sondern um seinen Bekennern ein concretes Mittel der Mahnung und Anleitung aus der Sünde und Sündhaftigkeit zur Läuterung und zur Versöhnung mit Gott zu kommen, zu verschaffen, setzte es den Versöhnungstag mit seinen Vorbereitungstagen, dem Drommetenfeste und den Bußtagen, ein. Die Bedeutung, welche diese vom religiös-sittlichen Standpunkte aus höchst wirkungsreiche Institution hat, liegt in der Zurückgezogenheit von allem weltlichen Leben an diesem Tage, in der alleinigen Beschäftigung mit gottesdienstlichen, insbesondere das Bekenntniß der Sünde, die Reue und die Umkehr tragender Verrichtungen und in dem für diesen Tag vorgeschriebenen Fasten, wozu die von dem Drommetenfeste bezweckte Selbfterkenntniß und die für