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Dibre Emeth · 1864-01-01 · 3-4 (1864) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
20 (1864)
Issue
3-4 (1864)
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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46 Absicht Gottes, eine Entfernung von Gott. Indem also jede Sünde ein besonderer Ausfluß unserer Willensthätigkeit ist und die Neigung zum Guten ebenso immer in uns vorhanden ist als die Neigung zum Bösen, sind »vir durch und für jede Sünde schuldbar. Wie »verden »vir nun dieser Schuldhaftigkeit ledig? Wie gelangen »vir zu Gott zurück?" Wir wollen hier nicht fragen, »velche Beweise der Verfasser für seine Behauptung aus der Schrift ansühren kann, daß „die Neigung zum Guten ebenso immer in uns vorhanden ist, als die Neigung zum Bösen." Nach unserer Uebcrzeugrmg lehrt das erste Buch Moses etrvas Anderes; denn 1. Mos. 6, 5. erklärt der wahrhaftige Gott von dem Dichten und Trachten des »nenschlichen Herzens, daß es „nur böse" sei. Andere Zeugniffe des alten Testamentes stimmen damit überein: Ps. 14, 3. heißt es, daß Gott von» Himmel auf die Menschenkinder schaue und finde, daß auch nicht Einer Gutes thue; und Jer. 13, 33. lesen »vir: „Kann auch ein Mohr seine Haut »vandeln, oder ein Parder seine Flecken? So könnet ihr auch Gutes thnn, »veil ihr des Bösen gewohnt seid." Wenn »virklich „die Neigung zum Guten ebenso immer in uns vorhanden ist, als die Neigung zum Bösen," so ist es doch »venigstens auffallend, daß der allrvissende Gott noch Keinen gefunden hat, der im Laufe der Jahrhuirderte und Jahrtausende dieser „Neigrmg zum Guten" folgend vor und von ihm als gut airerkannt »vorder» »väre. Doch lasser» »vir diesen Punkt und hören »vir die Antwort, die Dr. PH. auf die Fragen gicbt, wie wir der Schuldhaftigkeit ledig »verden und zu Gott zurückgelangen könnnen? Er sagt: „Judenlhum und Christenthum beantworten diese Frage verschieden, und diese Verschiedenheit charakterisirt sich durch z»vei Worte: Das Judenthum spricht von der Versöhnung, das Christenthum von der Erlösung." Worin diese Versöhnung besteht, die das Judenthum lehrt, entwickelt PH. dahin: „das Judenth»»m stellt an die Spitze dieser Lehre den Satz: der Ewige, der Ewige, Gott, barmherzig und gnädig, langmüthig und voller Huld und Wahrheit, bewahrend Huld den Tausenden, vergebend Sünde, Miffethat und Schuld, läßt aber nichts unbestraft. 3 Mos. 34, 6. 7. . . Das Kind, das von dem zürnenden Vater gezüchtiget worden, schnell ist der Schmerz vorübergegangen; aber

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