Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 3-4 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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45 Bekenntniß ablegen, daß „in früherer Zeit" die Lehre des Judenthums „öfter eine bedeutende Annäherung z. B. an die christliche Trinität zeigt;" und wer ehrlich sein will, wird das nicht blos von „der Kabbalah," d. i. der Ueberlieferung, sondern auch vielmehr u. ganz besonders von dem alten Testament sagen müssen, und zwar nicht nur in Bezug auf „die christliche Trinität," sondern auch auf alle andern wesentlichen Lehren. Es liegt aber in diesem Bekenntniß ein doppeltes Zugeständniß, nämlich einmal dies, daß daS Judenthum des IS. Jahrhunderts im Gegensatz steht zum früheren Judenthum, und dann, daß das Christenthum mit dem Judenthum früherer Zeit nicht in solchem Gegensätze steht, wie mit dem gegenwärtigen.— „Der Weg," den der Verfasser bei seinem „Auseinandersetzen" zu verfolgen gedenkt, „soll von außen nach innen geben, so daß zuvor einige äußerliche Momente abgethan" werden, ehe es „zum innern Kern der Sache" kommt. Bei dem Aeußern spricht er von „Majorität und Minorität," von „Lehrern und Schülern" u. s. w., dann über die Frage: „Was ist Judenthum? was Christenthum? —> über „das jüdische Glauben und das christliche Glauben" u. s. w. über „die Zehn Worte und die Bergpredigt;" über „Versöhnung und Erlösung" u. s. w. Daß der Verfasser ohne „verbissene Polemik" und „ohne vorgefaßte Vorurtheile" zu Werke gehe, kann man leider nicht sagen. Er entwirft ein Judenthum nach seinem Belieben und Geschmack, bald mit Benutzung einiger Bibelstellen, bald mit Jgnorirung der biblischen Zeugnisse, je nachdem es für seinen Zweck paßt; und ebenso verfährt er mit der Darstellung des ChristenthumS, indem er bald demselben aufbürdet, was es nicht ist, bald demselben abspricht, was es klar und deutlich lehrt und enthält. — Daß wir mit diesem Urtheil vr. PH. nicht unrecht thun, davon wird sich Jedermann leicht überzeugen, wenn wir Beispielshalber nur den einen Abschnitt dieser seiner Abhandlungen ein Wenig näher ansehen, der von „Versöhnung und Erlösung" handelt. „Eines der wichtigsten Momente in der Religion," so beginnt der Abschnitt, „ist die Frage über die Ausgleichung der Sündhaftigkeit, über die Rückkehr aus der Verschuldung. Jeder Mensch sündigt... Jede Sünde ist... eine Uebertretung eines göttlichen Gebotes .., eine Handlung wider die