Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 3-4 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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44 freundlich das nun auch klingt, so heißt eS doch zugleich auch auf derselben Seite noch, daß unter den dermaligen Umständen, bei „der Achtung, welche die Bekenner beider Religionen vor einander hegen, . . . es grade an der Zeit sei, sich wieder einmal jüdischer SeitS mit dem Christenthume gewissermaßen auseinanderzusetzen,... und unverholen das auszusprechen, was das Judenthum immer und immer verwerfen muß." Das in der Judz. stark betonte „ Auseinandersetzen" soll doch wohl nur eine wenn auch vielleicht milde Kriegserklärung sein. Wir wissen noch nicht, ob die „Dibre Emelh" später einen eingehenden ausführlichen Artikel über diesen Gegenstand bringen werden. Hier wollen wir mehr nur das Ganze und Allgemeine mit Wenigem berühren. Es ist schon characteristisch, daß der Verfasser nicht das Judenthum überhaupt, sondern nur „das Judenthum des IS.Jahrhunderts" dem Christenthum gegenüberstellt. Hier bedarf eö keines „Auscinanderfttzens;" denn mit diesem Judenthum hat das Christenthum wenig oder nichts gemein. ES ist aber nicht nur aus den bisher erschienenen Artikeln offenbar, daß der Verfasser sich keineswegeS bloß an das gegenwärtige Judenthnm hält; sondern dasselbe geht auch ans den oben schon angeführten Worten der Einleitung hervor. Denn „das Judenthum deS 19. Jahrhunderts" kann man doch wohl noch keine „große welthistorische Erscheinung" nennen; eS würde ja das Besondere des Judenthums im „19. Jahrhundert" doch nur die sogenannte Reform, die Cultur, die Entwickelung sein, und kann man derselben von irgend einer Seite eine „große welthistorische" Bedeutung zuerkennen? Kann nicht die ganze Reform vor Ablauf des Jahrhunderts sich im Sande verlaufen haben? Interessant aber ist, was vr. PH. S. 48 sagt: „Geradezu verneinen müssen wir aber die Behauptung, daß auch inhaltlich das Judenthum des 19. Jahrhunderts vom Christenthume irgend etwas entlehnt habe. Schärfer als je hat sich dieses Jubenthum unserer Zeit als den dogmatischen Gegensatz zur kirchlichen Dogmatik hingcstellt." In einer Anmerkung hierzu heißt es: „Wir erinnern, daß dies in früherer Zeit nicht immer der Fall war und daß die Kabbalah öfter eine bedeutende Annäherung z. B. an die christliche Trinität zeigt." vr. PH. muß also selbst das