Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 1-2 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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ao mit ihnen weder streite» noch dispuliren über unfern gegenseitigen Glauben; ich weiß, daß Sie recht und wir unrecht haben, daß Sie den Aussprüchen des Evangeliums, wir aber den Gebräuchen unserer Väter folgen." Unser Werk in diesem mit Sünden befleckten Lande liegt offen und klar vor Augen, Unwissenheit, Betrug und Götzendienst mögen dann und wann klar dargelegt werden; aber die große Wahrheit, die wir zu predigen haben, ist die Botschaft von der erlösenden Liebe, die sich in der Menschwerdung, dem Leben und dem Tode des Sohnes Gottes geoffenbaret hat. Das ist denn auch mit Erfolg in der Provinz geschehen, wo wir Uns mit unserer Mission niedergelassen haben, und ich habe nun vier eifrige und fromme Proselyten beauftragt, dieselbe frohe Botschaft an dieOrte zu bringen, welche unfern Agenten wegen ihrer Entfernung bisher unzugänglich waren. Nach ihrer Rückkehr von einer Reise sollen sie erzählen, was sie gethan haben, und dann eine Woche oder vierzehn Tage bei ihren Familien bleiben, während welcher Zeit sie die Gelegenheit benutzen sollen, von den Missionaren Unterricht zu erhalten, ehe sie wieder zur Ausrichtung ihrer herrlichen Botschaft ausziehen. Sollten sich nützliche Arbeitsfelder darbieten, woran ich nicht zweifle, so werden einer oder zwei von ihnen daselbst für beständig stationirt werden, bis energische und fromme Männer gefunden werden, welche fähig sind, neue Stationen zu gründen. Das Gehalt dieser Evangelisten, einschließlich der Kleidung, wird jährlich fünf Pfund Sterlinge betragen und diese Summe, die vollkommen zu ihrer Unterstützung ausreicht, haben bereits einige gute Freunde unseres Werkes in meine Hände gelegt. Die Schulen machen einen andern wichtigen Zweig unserer Arbeiten aus. Bis. jetzt hatten nur diejenigen unter den Felaschas und Christen, welche sich dem Dienste ihrer Gotteshäuser oder dem Amte eines Debterah widmeten, nöthig, sich der schweren Aufgabe zu unterziehen, sich einige Kenntniß des Amharischen oder, wenn sie etwas ehrgeiziger waren, auch des kirchlich Aethiopischen zu erwerben. Die gewöhnlichen Leute hatten nur selten, wenn je, eine Kenntniß von den Buchstaben des Alphabets. Sie brachten Opfer, verrichteten gewisse religiöse Ceremonien, erduldeten häufig sich selbst auserlegte Bußübungen, und schmeichelten sich als Nachkommen Abrahams, daß sie ein heiliges Volk und die Günstlinge des Him-