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Dibre Emeth · 1864-01-01 · 1-2 (1864) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
20 (1864)
Issue
1-2 (1864)
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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29 hätte anzunehmen. Wir haben bereits ein Häuflein frommer Proselyten, welche kühn ihre aufrichtige Liebe zu dem Erlöser bekennen, und außerdem studiren eine große Zahl die heilige Schrift , um. zur Erkenntniß der Wahrheit zu gelangen, welche Andere als das alleinige Heilmittel für die gedrückte und beängstigte Seele erkannt und gefunden haben. Die meisten unserer Proselyten wohnen um Genda und in dessen Nähe. Dazu wurden sie von dem Verlangen getrieben, den Vortheil der christlichen Gemeinschaft zu genießen , wie auch den religiösen Versammlungen am Sonntag und bei andern Gelegenheiten in dem Misstonshause beizuwohnen. Dieser Gottesdienst besteht einfach darin, daß einige Collecten aus der Liturgie gelesen werden, und dann eine Stelle aus der Schrift erklärt wird. Nach dem Gottesdienste wird mit den Kindern der gläubigen und ungläubigen Felaschas katechisirt, und dann schließt ein Gebet aus dem Herzen gesprochen diese höchst interessanten Versammlungen. Am letzten Sonntage war die runde Hütte vielleicht wegen der Ankunft eines Fremden vollgepfropft von Männern, Frauen und Kindern, und ich bekenne, daß das andächtige, feierliche und ehrerbietige Betragen Aller einen bleibenden Eindruck auf mein Gemüth gemacht hat. Die abyssinische Kirche, in der unsere Proselyten getauft werden mußten, verabscheuen sie einmüthiglich, und sprechen ihre Meinung ohne alle Furcht aus, wo sich ihnen nur immer Gelegenheit dazu darbietet. Viele von den eingebornen christlichen Geistlichen erkennen in dem kühnen Bekenntnisse dieser jüdischen Proselyten die klaren Wahrheiten deö Evangeliums an, und wenn sie nicht ein unnützes unerträgliches Dasein jedem edlem Streben vorzögen, so würden unsere Bestrebungen unter den Felaschas mit Gottes Hülfe bald eine Reformation in der Kirche der Amharas bewirken. Als Erläuterung dessen will ich beiläufig nur auf ein Ereigniß neuerer Zeit Hinweisen. Der Aliga oder Archibiakonus der Kirche zu Genda wurde von seinen Untergebenen auf ungestüme Weise angegangen, einige Glaubensartikel gegen ein Mitglied der Mission zu vertheidigen. Anfangs war er geneigt, diesem Begehren nachzugeben; aber nach reiflicherer Ueberlegung sandte er anstatt einer Herausforderung die folgende offenherzige Botschaft; „Ich will

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