Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 1-2 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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26 auflehnte und murrte, so geht es auch mit dem absoluten Kolnidrestreit." Da wird also gleich im ersten Anlauf der orthodore Herausgeber „des Israeliten," Rabbiner Dr. Lehmann und sein Anhang mit dem Esel verglichen. Dr. Lehmann hat nämlich ein Kolnidre - Tractätchen geschrieben, in welchem er dieses „Einleitungsgebet zum Versöhnungstage" vertheidigt und sagt: Mit dem Aufheben des Kol-Nidre ist der Jom-Kippur — Versöhnungstag — verstümmelt." Gegen dieses Tractätchen ist, wie der Artikel sagt, „Rab. Aub aufgetreten und hat in einer mit Geist, Witz und Ironie geschriebenen Brochure die Harlequinade des Kolnidre-Ritters bloßgestellt." Der Artikel tractirt nun Dr. Lehmann und seine Genossen, die Orthodoren, mit Ausdrücken, wie: „Die Unvernunft," die „nicht einmal der Keule weicht" (nach Spr. 27, 22.) „Fanatiker," „die orthodore Ignoranz" „diese Clique" u.s.w. und fordert zum Schluß in Ironie „vor dem Forum der ganzen Judenheit die Gesinnungsgenossen des Tractätlers auf, den Cherem — Bann — über ihn auszusprechen." Doch das Angeführte enthält hinlänglichen Beweis über die — Einigkeit — zwischen den orthodoren und den Reformjuden. Nach Bibel, Talmud und Geschichte steht es daher mit dem „Wahrheitsforscher" schlecht, der in dem Worte: „Adam" „ihr seid Menschen" Israel in seiner Einigkeit bezeichnet finden und damit zugleich den talmudischen Geist der Lieblosigkeit wegleugnen will. Ehrliche Streiter, wirkliche „Wahrheitsforscher" würden, wie wir schon sonst gesagt haben, ganz frei und einfach bekennen: unsere Talmudisten haben solche Feindschaft gehegt und gelehrt, wir sagen uns von solchen Grundsätzen los und verabscheuen sie. Das wäre redlich. Aber ein solches Vertuschen und Verdrehen bekundet nur denselben feindseligen Sinn und solche „Wahrheitsforschcr" machen sich damit zugleich auch noch der allergreulichsten Lüge und der elendesten Heuchelei schuldig. Wir bedauern, daß die Botaniker bei ihrer mühsamen Arbeit der „Blumenlese" keinen bessern Fund gemacht haben, als ein durch seinen Geruch so übel bekanntes Kraut. Wenn sie sich indeß doch so freuen, als hätten sie unter dem „Scherben die Perle" gefunden, so ist das reine Geschmacksache, und einem solchen Geschmack lassen wir auch gern die Freude, den Missionären,