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Dibre Emeth · 1864-01-01 · 1-2 (1864) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
20 (1864)
Issue
1-2 (1864)
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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24 selbst die innerste Ueberzeugung hat, daß es etwas ganz Anderes ist. — Durch das'hebräische Wort Adam, d. i. Mensch, soll also, weil eS nur in der Einheit vorkommt, die Einigkeit der Israeliten angezeigt werden. Diese Idee bekundet eben solchen Unsinn wie die besprochene talmudische Schristerklärung. Sehen wir die Stelle Hes. 34, 31 nochmals an, so ist doch für einen Jeden, der sehen will, nichts klarer und deutlicher, als daß ein Gegensatz zwischen Mensch und Gott ausgedrückt werden soll: „Ihr seid Menschen, ich bin euer Gott." Wäre nun der Gedanke, daß einerseits durch Adam die Einigkeit ausgedrückt werden solle, so würde folgen, daß andererseits das Gegentheil stattfände, also in Gott die Uneinigkeit, die Getheiltheit, und dies um so mehr und natürlicher, da das Wort, mit welchem Gott in der Stelle bezeichnet wird, in der Mehrheit steht, wiewohl ein Singular davon vorhanden ist. Auf solchen Unsinn oder vielmehr Gotteslästerung muß man da kommen. Es ist aber schon in dem Obigen angedeutet worden, worauf mit dem Ausspruch: „Ihr seid Mensch, ich bin euer Gott," hingewiesen wird, nämlich einerseits auf die Tiefe der Nichtigkeit, des Elendes des Menschen, Adam, der nur Staub und Erde ist, und andererseits auf die Tiefe und Größe der göttlichen Herablassung und Erbarmung, daß der hohe und erhabene Gott mit einem solchen Wesen, wie der Mensch ist, doch in so inniger Verbindung stehen will. — Oder ist etwa in irgend einer Stelle des Talmuds angedeutet, daß das Wort Adam das Volk Israel in seiner Einigkeit bezeichnen soll im Gegensatz zu den andern Völkern in Bezug auf ihre Uneinigkeit? Wenn das der Fall wäre, warum wird denn ein ganz anderer Gegensatz in allen Stellen hingestellt, nämlich der, daß die Völker Vieh, Affen und noch anders genannt werden? — Dann aber möchten wir noch fragen: wo ist denn die gepriesene Einigkeit Israels, die durch das Wort Adam bezeugt werden soll? War diese Einigkeit unter den Söhnen Jakobs, oder bestand sie zur Zeit Moses, oder unter den Richtern, oder unter den Königen, oder ist diese Einigkeit in der heutigen Judenschaft so vorherrschend? Es will uns bedünken, daß dem Verfasser der „Blumenlese" sein Fund bei näherer Besichtigung schon fraglich und verdächtig vorgekommen ist, die gefundene Blume

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