Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 1-2 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 sind. Aach Starke in seiner Synopsis neigt sich mehr zu der Ansicht, daß die ganze Menschheit angeredet werde und unter der Heerde zu verstehen sei; er paraphrastrt nämlich also: Ja ihr Menschen sollt die Heerde meiner Weide sein: ihr aber, meine Schafheerde, die Heerde meiner Weide, sollet die (d. i. alle) Menschen sein, die ich mir aus allen Völkern (was nur ein Mensch heißt und nicht eben aus Israel allein) will sammeln u. s. w. Bei der Erklärung aber giebt er mehrere Meinungen und namentlich die bereits bei Richter angeführte von Coccejus. Auö dem Bisherigen ergiebt sich, daß die Beziehung von V 31 auf Israel durchaus nicht in Abrede zu stellen ist; die angeführten Erklärer schließen diese Beziehung auch keinesweges aus; der Sinn und Zusammenhang des ganzen Kapitels läßt gar keine andere Deutung zu; Gründe für die andere Auffassung sind nicht angegeben, sondern sie wird nur so hingestellt, als verstände sie sich von selbst Die vorwiegende Neigung, die Menschheit im Allgemeinen als die Heerde zu betrachten, geht auch hier aus dem Bestreben hervor, dem man leider so oft auf diesem Gebiet begegnet, dem leiblichen und buchstäblichen Israel, so zu sagen, keine Verheißung zu lassen, sondern ivo sich eine solche findet, dieselbe alsbald, wenn auch mit Gewalt, dem armen Judenvolke zu entreißen und sie lediglich sich zuzueignen. Wir Nichtjuden sollen und werden aber gar keinen Schaden oder Nachtheil davon haben, wenn wir auch dies ganze Kapitel mit Einschluß von Vers 31 als eine dem Volke Israel besonders gegebene Verheißung stehen und gelten lasten. Denn, wie schon oben gesagt, der verheißene Hirte David ist der Messias Jesus, und er ist der Messias und Hirte und Heiland und Erlöser und was er ist, eben so gut für uns Nichtjuden, wie für die Juden. Wollte Gott, wir eiferten in der That und Wahrheit, daß dieser David nur unser Aller Theil sei und würde, wir würden dann Alle einen solchen Reichthum und eine solche Fülle besitzen, daß wir Israel auch gern ihren Antheil gönnen und lasten werden; und umgekehrt, ihr Besitz und Genuß des guten Hirten wird und darf uns nicht leer lassen! Aber man wird sagen, die Ueberschrift deS Artikels verspricht Proben jüdischer Schristerklärung zu geben und bis jetzt hören wir