Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 1-2 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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17 weissagen (93.2), wider dieselben spricht der Herr Herr: „Wehe den Hirten Israels (V. 2); der Herr Herr will die von den gottlosen „Hirten Israels" verwahrlosten Schaft „in ihr Land führen und sie weiden auf den Bergen Israels (V. 13. 14.); diese Schaft werden von den übrigen Völkern unterschieden, denn sie sollen „von allen Völkern ausgeführt und aus allen Ländern versammelt und in ihr Land geführt werden" (V. 13), sie sollen den Heiden nicht mehr zum Raube werden (V. 28. 29). Endlich lautet Vers 30: „Und sollen erfahren, daß ich, der Herr, ihr Gott, bei ihnen bin, und daß sie vom Hause Israel mein Volk sein, spricht der Herr Herr." Wenn sich nun an diese klare und spezielle Bezeichnung „des Hauses Israel" der unmittelbar folgende Vers 31 ganz eng durch: „Und ihr meine Schaft" u. s. w. anreihet, so können doch die angeredeten Personen hier keine anderen sein, als das Haus Israel, von denen durchweg die Rede ist. Muß man dieses aber zugestehen, so ergiebt sich wohl auch schon von selbst, daß Israel, die Heerde Gottes, als Mensch oder als Menschen dargestellt wird, und nicht mit einem Male die ganze Menschheit als Heerde Gottes eingeführt wird, wie manche christliche Erklärer wollen, wozu aber allerdings nur die lutherische Uebersetzung Veranlassung giebt, aber doch nur diese Uebersetzung, keinesweges aber der hebr. Tert selbst. Hengstenberg, der in seiner Christologie bei Vers 30 bemerkt: „Das Haus Israels steht in emphatischer Bedeutung, Israel, das Gottes- und Bundesvolk im wahren und eigentlichen Sinne," scheint in Vers 31 der lutherischen Uebersetzung und Auffassung beizustimmen, denn er übersetzt: „Und ihr seid meine Heerde, meine Weideheerde seid ihr Menschen, ich bin euer Gott, spricht der Herr Jehövah." Dabei macht er nur die Bemerkung: „Das: ihr Menschen, macht auf die Tieft und Größe der göttlichen Herablassung aufmerksam und begegnet dem Einwurft des Schwachglaubens, daß einer so innigen Verbindung mit Gott, der Mensch, der von der Erde genommen ist und zu ihr zurückkehrt, nicht fähig sei." Es ist aber offenbar, daß bei der Uebersetzung und Erklärung: „ihr Menschen seid die Heerde," in dem Nach - und Gegensätze: „ich bin euer Gott" etwas fehlen würde, denn wie in dem Vordersätze eigentlich ein Doppeltes ist: Menschen — Heerde, so 2