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Dibre Emeth · 1864-01-01 · 1-2 (1864) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
20 (1864)
Issue
1-2 (1864)
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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15 Ps. -19,105, „Nachdem Gesetze und Zeugniß" Jes. 8, TO. Man eifert einerseits für Hergebrachtes, andrerseits für den augenblicklich herrschenden Zeitgeist, immer aber ohne auf die Bibel Rücksicht zu nehmen. Der Bibel wird, obwohl man sie für die Basis des Judenthums erklärt, keine Autorität zuerkannt, denn der eine Theil, die Orthodorie, stellt sie unter die Tradition, der andere Theil, die Reform, unter die eigene Vernunft. Wenn da auch jüdische Bibel- Anstalten bestehen, die jüd. Uebersetzungen des alten Testamentes zu verbreiten bemüht sind, so ist doch keine Besserung des traurigen Zustandes zu erwarten, so lange man sich nicht unter die Autorität der Bibel beugt und sich von Gott und seinem Worte lehren und leiten läßt. Das ganze Bemühen für Bibelverbreitung sieht im Grunde genommen doch nur aus wie eine bloße Ironie, wenn man die Art und Weise betrachtet, wie die Bibel, namentlich und besonders von der Reform, vornehm ignorirt oder willkürlich gehandhabt wird. Wir werden im Folgenden noch Gelegenheit haben, einige Proben davon zu sehen. (Fortsetzung folgt.) Proben jüdischer Schrifterklarung. Der Prophet Hesekiel giebt in dem 34. Kap. eine liebliche Schilderung von dem Messias unter dem Bilde eines starken und freundlichen Hirten. Wie in so vielen andern Stellen der heiligen Schrift des alten Testamentes wird dieser Hirte, der Messias, als Gott und zugleich als Mensch dargestellt. Als Gott selbst kündigt er sich an, wenn es V. 11 heißt: „So spricht der Herr Herr: Siehe ich will mich meiner Heerde selbst annehmen und sie suchen" u. s. w. Andrerseits spricht derselbe Herr Herr V. 83: „Und ich will ihnen einen cinigenHirten erwecken, dersteweidensoll, nämlich meinen Knecht David , der wird sie weideri und soll ihr Hirte sein " u. s. w. Es wird also hier dem Volke zunächst die tröstliche Verheißung gegeben, daß der Messias, als der rechte David erscheinen werde zum Heile seines Volkes; aber diese Verheißung reicht bis in die letzte gnadenvolle Zeit

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