Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 1-2 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 hat zu befürchten, daß, wenn nicht der Gottesdienst modificirt und christianistrt wird, viele ein Valet dem Judenthum dann zurufen und Sonntags mit vr. Luther'S Bibel nach der Kirche wandern werden." An einer andern Stelle in Nr. 38 „des Israeliten'/ heißt es S. 471: „vr. Joel hat bereits am ersten Tage des Neujahrsfestes gepredigt. Wenn auch Geiger's Institutionen bleiben, so wird doch von Joel's Seite viel für das Judenthum gethan werden können, und er wird es auch thun. Es wird besonders in der Religionsschule der jüd. Geist sich mehr Geltung verschaffen und jüd. Anstalten wird vr. Joel unbedingt seine Aufmerksamkeit zuwenden. Vielleicht gelingt es ihm auch nach und nach, dem alten Ritus neue Kraft zu verleihen." Von Seiten der Reform scheint man die Sache ruhiger und kaltblütiger zu betrachten und nicht so viel für die Entwickelung oder den Fortschritt zu hoffen, wie die Orthodoren für ihr rabbinisches Judenlhum fürchten. In einem kurzen Artikel der allg. Z. d. I. Nr. 40 wird gesagt; „Man erhofft von ihm — vr. Joel — eine Vereinigung der Geiger'schen und Fränkel'schen Parteien;" und in einem andern in Nr. 4L: „Durch die Wahl hat die eine Partei Concessionen gemacht, die andere solche versprochen." Unsere „Dibre Emeth" sollen ein Blatt sein „ für Beleuchtung religiöser Zustände im Judenthume;" wir haben darum ziemlich ausführliche Auszüge aus den jüd. Zeitschriften gegeben und denken es auch ferner zu thun, um unfern Lesern diese Zustände getreu vorzuführen. Was ergiebt sich nun aus diesen verschiedenartigen Erscheinungen, aus der entschiedenen Feindschaft zwischen der Reform und der Orthodoxie, aus der erklärten Einigkeit der verschiedenen Richtungen in Bekämpfung des Christenthums und aus der in Breslau erhofften Vereinigung? Es tritt uns überall derselbe traurige Zustand entgegen, daß man von keiner Seite nach der heiligen Schrift, nach dem Worte und Willen Gottes fragt; nirgends legt man die Gegenstände, die man bekämpft oder für die man kämpft, an den Maßstab des göttlichen Wortes, daß man fragte: Wie stehet da geschrieben? oder wie dort der fromme König Josaphat sprach: „Ist hier kein Prophet des Herrn, daß wir von ihm fragen?" 1. Kön. %%, 7. „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege."