Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 1-2 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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11 darin sind ja doch die Juden auch alle, Reformer und Orthodoxen, einig, daß sie die Aufgabe haben, die Welt zu ihrer religiösen Idee zu bekehren. Dabei ist und bleibt es uns aber merkwürdig, daß, wie wir schon so oft gesagt haben, in den 180V Jahren der Zerstreuung der Juden wir noch nie und nirgends von irgend welcher jüdischen Misstonsthätigkeit, noch von irgend welchem Misfionserfolge unter den heidnischen Völkern gehört haben, unter denen sie lebten und leben. Doch in Nr. 9 der allg. Z. d. I. soll wohl, wie es scheint, ein großartiger Erfolg der Judenmission constatirt und registrirt werden; denn es heißt dort in einer „gutachtlichen Aeußerung des Herausgebers über das Verhältniß des Judenthums zu den bildenden Künsten" S. 130: „Das Heidenthum in seiner Erscheinung als Vielgötterei und Götzendienst ist aus den Ländern, wo Juden wohnen, Inner-Afrika und China ausgenommen, gänzlich geschwunden." Wir sagten: es „soll wohl" hierin der große Erfolg der Judenmisfion angezeigt werden; denn der Ausdruck: „wo Juden wohnen" kann freilich in einem doppelten Sinne aufgefaßt werden; er kann entweder besagen, die Juden seien nur dahin gezogen, wo das Heidenthum nicht mehr als solches erscheine, oder was wohl hier das Wahrscheinlichere ist, die Juden haben durch ihre Anwesenheit das Heidenthum entfernt. Wir müssen aber gestehen, daß dieser Beweis uns zu dunkel und allgemein gehalten ist. Wir müßten vor allen Dingen fragen, was denn Ph. für ein „Heidenthum" meint, das nicht mehr „als Vielgötterei und Götzendienst" erscheint? Meint er unter diesem „Heidenthum" das Christenthum und den Muhamedanismus, so möchten wir dann weiter fragen, ist denn das Christenthum oder der Muhamedanismus von rabbinischen oder Cultur-Juden gelehrt und verbreitet worden? Wäre das, so fragen wir noch weiter, wie kommt es denn, daß diese Juden der so „verschiedenen Richtung" mit einem Male dieses Christenthum so entschieden bekämpfen? — Wenn endlich Dr. Oppert in dem obigen Citat auch sagt, „das engl. Proselytenthum zeige sich nur da, wo es ohne persönliche Gefahr handeln kann;" so redet er ganz und gar aus dem Ueberfluß seines Herzens, nämlich nach dem bekannten Wort: Was ich selbst denke und thu, das trau ich Andern zu. Andererseits müssen