Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 20 (1864)
- Issue
- 1-2 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 protestiren müssen, als ob mit dem Kol-Nidre jemals eine Aufhebung-von Zeugen- und Parteieiden, eine Vergebung des Meineides oder wohl gar eine Erlaubniß zum Meineide gemeint und verstanden worden fei, so daß durch das Kol-Nidre die Kraft eines Eides eines Juden abgeschwächt worden. Dies war nie der Fall und geben wir unfern Verläumdern nicht zu! Auch befürchten wir, daß, selbst wenn das Kol-Nidre abgeschafft sein wird, unsere Widersacher darum nicht aufhören werden, andere Motive zu finden." — Wir werden vielleicht in einem besonder» Artikel diesen Gegenstand ausführlicher behandeln, hier wollen wir nur sagen, daß ein solcher Streit, in welchem die eine Partei das abgeschafft hat oder auf Abschaffung dessen dringt, was die andere als den höchsten Weihe-Moment hinstellt und krampfhaft festhält, kein sonderliches Licht auch nur auf die Einigkeit im Cultus wirft. So scharf aber auch in so vielen Stücken der Gegensatz zwischen den Reformern und den Orthodoxen hervortritt, so giebt es doch Einen Punkt, in dem Beide einig und brüderlich mit einander Harmoniken, nämlich im Kampfe gegen die christliche Mission. Ein Artikel in „dem Israelit" in Nr. 39, überschrieben: „Einiges über das Treiben der Missionäre" beginnt mit den Worten: „So verschiedener Richtung auch die jüdischen Zeitschriften angehören, in einem Punkte sind sie alle einig: in dem Kampfe gegen die Proselvtenmacherei von Seiten der protestantischen Missionäre, und man muß gestehen, daß die gesammte jüdische Presse sich in dieser Beziehung bereits große Verdienste erworben hat. Dies Letztere manifestirt sich auch in den Klagen der Missionäre in ihren Zeitschriften und Jahresberichten, in denen sie offen zugestehen, daß die jüdische Presse ihnen viele Schwierigkeiten bereitet und sie nirgendwo zu einem rechten Erfolge kommen läßt. Nichts dcstoweniger beharrt die protestantische Mission in den furchtbarsten Anstrengungen und verwendet Hunderttausend« darauf, um eine oder zwei jüdische Seelen zu fangen; ihre Agenten durchstreifen alle Gegenden, in denen Israeliten wohnen, und scheuen weder Mühe noch Geldopfer." Für dieses Zeugniß, das „der Israelit" hiermit der protestantischen Mission auöstellt, hat dieselbe alle Ursache, ihm den herzlichsten Dank zu