Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 11-12 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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hochgeloblen Heilandes in ihnen bewirkt hat. Einige sind gekommen und haben mir ihren Glauben an seine göttliche Sendung und sein göttliches Werk bekannt. Der Fortschritt, den die Predigt von Christo gemacht hat, ist in der That ein solcher, und der-Sauerteig des Evangeliums hat unter ihnen eine so ausgedehnte Wirkung erreicht, daß ich ohne Uebertreibung glaube sagen zu dürfen, daß die Zahl derer, die in ihrem Herzen die Ueberzeugung haben, Jesus ist der Messias, nicht mehr nach Zehnen, sondern nach Hunderten gerechnet werden muß. Das, was ihnen fehlt, um sie zu veran« lassen, kühn hervorzutreten und sich öffentlich zur christlichen Religion zu bekennen, ist das tiefe Gefühl und die Ueberzeugung von der Sünde, welche zu dem Heilande treibt. So lange sie nicht fühlen, daß „von der Fußsohle an bis aufs Haupt nichts Gesundes an ihnen ist, sondern Wunden und Striemen und Eiterbeulen," werden sie sich auch nicht an den Arzt wenden um Heilung und Gesundheit. Da sie sich ihres Elendes und ihrer Nacktheit, worin sie vor Gott erscheinen, nicht bewußt sind, können sie auch nicht, die „schmutzigen Kleider" ihrer guten Werke von sich werfen und das weiße und fleckenlose Kleid anziehen, das ihnen in der Person „des Herrn unserer Gerechtigkeit" zur Annahme dargeboten wird. DaS sind die Gefühle, welche den Juden in Tunis leider so ganz fehlen. Beten Sie daher mit uns, daß derselbe heilige Geist, dessen wunderbare Ausgießung an dem ersten heiligen Pfingstfeste die Kirche in dieser Zeit feiert, auch ihnen mitgetheilt werde, damit er als der Geist in ihnen wirke, welcher von der Sünde überzeugt, in alle Wahrheit leitet und Christum als den Sohn des ewigen Vaters verklärt. ES ist jedoch noch ein.anderer Umstand, der sie davon abschreckt, den Herrn Jesum in der Taufe anzuziehen, nämlich die Gewißheit einer heftigen und heißen Verfolgung und der Verlust aller ihrer Habe um Christi Willen. Wo ist der Mann, der vor solchen Opfern nicht zurückschreckt? In Tunis schließt ein solcher Schritt den größten Verlust und das größte Elend in sich. Ich kann hier auf Niemanden rechnen, der einen armen Proselyte» Leider Hand nehmen und ihm die Unterstützung gewähren würde, die er bedarf, und die er ein Recht hat von seinen neuen ReligionSgenoffen zu fordern.