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Dibre Emeth · 1863-01-01 · 11-12 (1863) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
19 (1863)
Issue
11-12 (1863)
Date
1863-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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188 in keiner andern Absicht kommt, als Unterweisung und Anleitung in dem Forschen nach Erkenntniß des Willens Gottes und des Einen, was noch thut, zu erhalten. Die Thatsache, daß Juden zu mir kommen und mir mit Aufmerksamkeit zuhören, ist an und für sich schon eine Quelle des Trostes und ein Grund der Hoffnung für mich, und ob sie mit bloßem Vorwände oder aus Wahrheitsliebe kommen, so wird ihnen doch Christus gepredigt, und darüber freue ich mich und will mich freuen. Ich wünsche mir übrigens von Herzen Glück zu dem allgemeinen Vertrauen und zu der Achtung, die sie mir erweisen, und kann gar nicht dankbar genug dafür sein. Sie scheinen es zu fühlen, daß ich nicht blos als ein Zeuge für Christum und die Wahrheit des Evangeliums hier bin, sondern auch als ihr aufrichtiger Freund, als einer, der ihr zeitliches Wohl und Glück ebenso zu befördern wünscht, wie ihr geistliches. Meine Bemühungen, ihre gute Meinung und Achtung zu gewinnen und dadurch die Aufnahme meines Zeugniffes unter ihnen zu erleichtern, sind nicht vergebens gewesen. Wohin ich uur immer gehe, erwartet mich ein freundliches Willkommen. Am 13. d. M. fand die Erinnerungsfeier an den Todestag des berühmten Rabbi Simeon ben Jochai statt. Ich ging mit einigen Gliedern meiner Familie, geführt von einem Rabbiner, durch das ganze Judenviertel und besuchte vier oder fünf der Haupt- Synagogen, wo man mich, wie ich sagen möchte, mit einer wirklichen, kleinen Ovation empfing. Der oben erwähnte Rabbi Simeon ist cs, dem die Juden, obschon mit Unrecht, die Autorschaft des berühmten kabbalistischen Werkes „Sohar" zuschreiben, und die Gedächtnißfeier seines Todestages ist eine Zeit der Freude besonders für die Israeliten der Berberei. Die Juden in Tunis sind besonders eifrig, diese Jahresfeier zu halten und verwenden große Summen auf die Ausschmückung ihrer Häuser Und Synagogen, die alle mit zahllosen Oellampcn und Christbäumen glänzend erleuchtet werden. Bei dieser Gelegenheit waren die geräumigen Synagogen in allen Winkeln mit Juden gefüllt, die ihre prächtigsten Kleider anhatten, und die alle mehr oder

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