Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 11-12 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit meiner Rückkehr von der langen und gefährlichen'Reise nach Djerid, die ich mit Bruder G ins bürg zusammen machte, habe ich mehr oder weniger an Unwohlsein gelitten. Dies hat mich jedoch, Gott sei Dank, nicht verhindert, Christum und sein Heil den viel tausend Juden, die in Tunis wohnen, bekannt zu machen. Einen Uebelstand habe ich zu beklagen, der mit einer langen Abwesenheit von der Stadt unzertrennlich verbunden ist, nämlich der, daß sich diejenigen, die zur Zeit meiner Abreise regelmäßigen Unterricht genoffen, zerstreut haben. Einige sind durch Umstände, denen sie nicht Vorbeugen konnten, gezwungen worden, Tunis zu verlassen; andere sind während der Zeit etwas gleichgültig und in ihren religiösen Gefühlen lauwarm geworden, während der Drang der Geschäfte noch andere an ihrem regelmäßigen Besuchen verhindert, obschon ihre Ueberzeugung unverändert ist. Während ich daher kein offnes Bekenntniß Christi durch die Taufe berichten oder von einer großen Zahl Taufkandidaten reden kann, fühle ich mich dennoch ermuthigt, auf dem nützlichen Felde meiner Thätigkeit auszuharren, so lange mir Gesundheit und Kräfte verliehen werden, indem ich je länger je mehr von der Thatsache überzeugt werde, daß sich zu keiner frühem Zeit der Geist des Forschens unter allen Klaffen der jüdischen Einwohner deutlicher kundgegeben hat als gerade jetzt. Die Juden strömen zahlreich zu dem Missionshause, um sich mit mir über die jüdischen Jrrthümer und die christlichen Wahrheiten zu besprechen, und das geschieht ganz besonders an ihrem Sabbathe, wo ich dann den ganzen Tag hindurch so anhaltend in Gesprächen mit ihnen beschäftigt bin, daß es sich nicht selten ereignet, daß ich genöthigt werde, sie wegen gänzlicher Erschöpfung zu entlassen. Die Zahl, welche am letzten Sonnabend nach und nach kam, belief sich bis gegen dreißig Personen. Unter solcher gemischten Menge ist es natürlich schwer die verschiedenen Beweggründe, durch die jeder Einzelne sich getrieben fühlen mag, zu erkennen. Der größere Theil von ihnen kommt ohne Zweifel von bloßer Neugierde getrieben, andere haben weniger reine und genügende Gründe, da sie wahrscheinlich hoffen, sich dadurch meiner Gunst für künftige Gesuche um Geldunterstützungen zu empfehlen, während eine noch geringere Zahl, wie ich wirklich glaube,