Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 11-12 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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175 Israel in seiner Vereinigung in Sünde und Laster verfallen ist. Der letztere erklärt aber auch zugleich, daß jeder einzelne Jöraelit als Verkünder der Wahrheit und als lebendiger Träger des Gotteswortes unter die Völker gesandt sei. Bei welchem dieser beiden einzelnen ist nun die Wahrheit und das Gotteswort? Ferner ist jeder einzelne Israelit ein Verkünder der Wahrheit uyd ein Träger des Gotteswortes, wie kann und darf denn das Organ des orthodoxen Judenthums ohne Unterlaß die Lehren und Grundsätze der Reformjuden als falsch, schlecht und verwerflich darstellen? Ist das die Weisheit und Vernunft, die den oben angeführten Redner in „dem Israeliten" zu dem Ausrufe hinreißt: „Fürwahr, Gott hat uns vertrieben und zerstreut, damit wir uns unsere Geistesfrische bewahren und damit auch in den spätesten Zeiten man von uns sage: weise und vernünftig ist dieses Volk, dieses Volk ist groß" —? Solche „Geistesfrische" ist wahrlich vielmehr geeignet zur Wehmuth aufzufordern, Thränen auszupressen über den Jammer deS Volkes, das einst so hoch stand und so hoch stehen sollte und könnte auch zu dieser Zeit; an dem aber jetzt die schaurige Drohung in Erfüllung gegangen ist: „Ich will mit diesem Volk wunderlich umgehen, aufs wunderlichste und seltsamste, daß die Weisheit seiner Weisen untergehe und der Verstand seiner Klugen verblendet werde." Doch dies nur so lange, bis daß über ste ausgegossen werde der Geist aus der Höhe. Jes. SS, 14. 32, 15. — Missionsnachrichten. Jassy. Das Jewish Intelligence vom Monat September theilt folgenden Bericht des Herrn Wolkenberg über seine Misstonsthätigkeit in Jassy mit: Da sich lange vor meiner Ankunft die Nachricht von meiner Rückkehr nach Jassy verbreitet hatte, so erwarteten viele von den Juden, die mich vor meiner Bekehrung persönlich gekannt hatten, dieselbe mit großer Ungeduld, und ich war noch keinen Tag hier, als mich viele von ihnen besuchten, indem einer dem andern folgte. Sie alle zeigten große Begierde, zu hören, wie mir es ergangen sei;