Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 19 (1863)
- Issue
- 11-12 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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174 Richtigkeit der angeführten „Agadischen Eregese?" Wir tragen kein Bedenken zu erklären, daß eine solche Schriftbehandlung eine Schmach ist für das Judenthum; und eine um so größere Schmach ist eS, daß gelehrt und gebildet fein wollende Rabbinen der Jetztzeit eine solche Schriftverdrehung noch hervorsuchen und verbreiten. — Wir sagen kein Wort über die sich selbst richtende Bemühung den Worten 1. Mos. 15, 6 den Sinn geben zu wollen, Abraham habe sich die Verheißung einer so frommen Nachkommenschaft für eine „Wohlthat" gerechnet. Wir haben oben die ganze Eregese, die „der Israelit" in seiner Nr. 23 mittheilt, eine Ruchlosigkeit genannt. So gut der Herausgeber jenes Blattes, Herr vr. Lehmann heute weiß, daß „Israel seine Aufgabe als Mustervolk nicht erfüllt hat, sondern vielmehr in greuliche „Sünde und Laster verfallen" ist: so gut hat doch gewiß auch der allwissende Gott es schon damals gewußt, als er zu Abraham sprach: „Siehe gen Himmel" u. s. w. Wollen wir daher nicht die Sünde der Gotteslästerung begehen, den heiligen und gerechten Gott ebenso des Betruges zu beschuldigen, wie daS rabbinische Judenthum lehrt und behauptet, Gott habe gelogen und um des Friedens willen möge man daher auch lügen: so werden wir schon bei dem einfachen Wortverstande bleiben müssen, daß 1. Mos. 15, 5 der gnädige Gott dem Abraham eine zahlreiche Nachkommenschaft verheißt, und daß die Wortein V. 6 nur zu übersetzen sind: „Abraham glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit." Ist aber der Sinn der besprochenen Worte, daß Gott dem Abraham eine solche Nachkommenschaft verheißen hätte, die nie und unter keinerlei Umständen vom Wegeder Tugend und Frömmigkeit abweichen werde, so hätte er ihn offenbar betrogen; denn die ganze Geschichte zeigt ein ganz anderes Israel. Doch noch Einö. Der Ortsrabbiner in Trebitsch S. Polkak sagt also, wie wir in Obigem aus seiner Agadischen Erklärung gehört haben, daß alle Kinder Abrahams ihrem Stammvater an Tugend und Frömmigkeit gleichen sollen und sich nie durch irgend eine Verführung vom rechten Wege der Frömmigkeit ableiten lassen werden; vr. Lehmann Rabbiner in Mainz dagegen sagt, daß